The Greyhoundshow

5.1.2023

Leben mit GHS

Filed under: Gesundheit — admin @ 11:13

In der aktuellen Ausgabe Nr. 70 von „Greyhounden“, dem offiziellen Magazin des Norwegischen Greyhound Clubs, gibt es einen Erfahrungsbericht über das Zusammenleben mit Greyhounds, die an GHS (Greyhound Hypersensitivity Syndrome) erkrankt sind. Mit Erlaubnis der Autorin dürfen wir hier die Übersetzung des Artikels veröffentlichen (for English version see below) – vielen Dank!

Leben mit GHS-betroffenen Greyhounds
von Britt Helen Waldum

Wenn man sich einen Greyhound anschafft, stellt man sich vor, dass viele Jahre voller Freude und gemeinsamer Unternehmungen vor einem liegen, aber leider tritt das, was man sich wünscht, nicht immer ein.


Als unsere jüngste Greyhound-Hündin Leah im Sommer 2016 ihren ersten Anfall hatte, war sie 2,5 Jahre alt. Wir dachten, sie wäre zu viel(!) gelaufen und hätte deshalb Krämpfe oder Anfälle bekommen. Später dachten wir, unsere Spaziergänge könnten zu lang für sie sein, oder der Untergrund zu hart (Schotter) usw. Die Anfälle traten nicht häufig auf, und wenn sie auftraten, waren sie recht kurz, also akzeptierten wir die Situation, solange uns niemand eine Antwort oder eine Diagnose geben konnte.
Auf dem Greyhound World Congress 2017 (in Norwegen) warnte uns Barbara Kessler in ihrem Vortrag vor der „neuen neurologischen Krankheit“, die heute als GHS bekannt ist. Ich erkannte sofort die Symptome von Leahs Zustand wieder.
Leahs Züchter erhielt Berichte über ähnliche Symptome von einigen von Leahs Geschwistern, aber auch von anderen. Er erkannte, dass mehrere Hunde von diesen neurologischen Symptomen betroffen sein könnten, und initiierte eine Zusammenarbeit mit der Norwegischen Universität für Lebenswissenschaften (Abteilung für Tiermedizin). Im Jahr 2019 erhielten wir eine E-Mail von Josefin Hultman von der Universität, sie wollte, dass Leah an einer Studie teilnimmt. Natürlich haben wir die Einladung angenommen und bei der Studie mitgemacht. Die Zahl der Hunde, die bereits an der Studie teilnahmen, war eine große und sehr traurige Überraschung; es stellte sich heraus, dass fast alle ihre Geschwister betroffen waren.
Leah wurde im November 2019 vollständig untersucht, gefolgt von MRT, EEG und anderen relevanten Untersuchungen im Februar 2020.
Ab 2019 nahm die Zahl der Anfälle zu. Zu diesem Zeitpunkt traten die Anfälle etwa einmal im Monat auf und dauerten zwischen fünf und dreißig Minuten. Meistens geschahen sie nach dem Freilauf auf dem Feld oder nach längeren Spaziergängen.
Die Anfälle wurden häufiger, und nach einiger Zeit konnte sie nicht mehr spazieren gehen oder mit uns Auto fahren, was sie sonst so gerne tat. Zu dieser Zeit schien alles sehr stressig für sie zu sein, und normale Aktivitäten lösten Anfälle aus. Sie bekam in dieser Zeit verschiedene Medikamente, aber leider konnte ihr nichts helfen. Zu dieser Zeit hatte sie mehrere schwere Anfälle pro Woche. Die Erfahrung, dass unser wunderbarer Hund sich verzweifelt in die Vorderpfoten biss, unkontrollierte Krämpfe bekam und hysterisch vor Schmerzen heulte, war sowohl für Leah als auch für uns unerträglich und inakzeptabel.
Zu Hause, wo sie sich zwischen den Anfällen ausruhte, war Leah ein glücklicher Hund, aber leider wurden diese Momente selten. Ihr Appetit war sehr gut, aber sie nahm nicht mehr zu, alle Muskeln verschwanden. Schließlich mussten wir die schreckliche und herzzerreißende Entscheidung treffen, unser kostbares Mädchen gehen zu lassen. Wir kehrten zur Universität und zu Josefin Hultman zurück, damit Leah nach ihrem Tod weiter zur Forschung beitragen konnte.
Wir spürten nun eine gewisse Erleichterung, weil wir uns nicht mehr ständig um Anfälle sorgen mussten, und die Trauer war groß, als plötzlich auch Dina Anfälle bekam, von der wir dachten, sie sei gesund ….
Zum Glück sind die Anfälle selten, heute sind es zwei bis drei Anfälle pro Jahr. Wenn man einen Hund mit Symptomen wie Leah erlebt hat, hat man keinen Zweifel, dass auch Dina von GHS betroffen ist. Dina ist alt, daher wurde sie nur klinisch untersucht, nicht mit einem MRT, aber an dem Tag, an dem wir sie gehen lassen müssen, wird auch sie zur Forschungsarbeit von Josefin beitragen. Ich bete und hoffe von ganzem Herzen, dass jeder versteht, wie wichtig dies ist, und dass jeder, der einen Show-Greyhound mit Symptomen hat, dasselbe tut und den Forschern die Möglichkeit gibt, eine Autopsie durchzuführen. Nur so können relevante Proben und Informationen gesammelt werden, um herauszufinden, was genau die Ursache dieser neurologischen Krankheit ist.
Die Angst und die Furcht vor neuen Anfällen beherrschen noch immer einen Großteil unseres Alltags. Zum Glück habe ich einen Partner, der die Hunde genauso liebt wie ich. Er war für Leah da und ist für Dina da, um sie zu unterstützen und zu trösten, solange die Anfälle andauern. Wir beide hoffen, dass jeder GHS sehr ernst nimmt, offen damit umgeht und die Hunde untersuchen lässt. Wir wollen nicht, dass Sie noch Ihre Hunde ihn erleben müssen – unseren schlimmsten Albtraum.

 

Living with greyhounds affected by GHS….
by Britt Helen Waldum

When you get a greyhound, you imagine many years ahead filled with joy and activities, but unfortunately what you wish for do not always happen.  

When our youngest greyhound Leah had her first seizure, the summer 2016, she was 2.5 years old. We thought she had been running too much(!), and therefore got cramps or seizures. Later on we thought our walks could be too long for her, or surface too hard (gravel) etc. The seizures were not frequent, and quite short when they appeared, so we accepted the situation as long as no one could give us an answers or a diagnosis.

At the Greyhound World Congress 2017 (in Norway), Barbara Kessler gave us a warning about „the new neurological disease“, today known as GHS, in her lecture. I immediately recognized the symptoms of Leah’s condition.

Leah’s breeder received reports of similar symptoms from some of Leah’s siblings, and as well from others. He understood that several dogs could be affected by these neurological symptoms, and initiated collaboration with the Norwegian University of Life Sciences (department for veterinary medicine). In 2019 we received an email from the University by Josefin Hultman, she wanted Leah to participate in a study. Of course we accepted the invitation and joined the study. The number of dogs already participating the research study came as a big and very sad surprise; it turned out that almost everyone of her siblings were affected.

Leah had a full physical examination in November 2019, followed by MRI, EEG and other relevant examinations in February 2020. 

From 2019, the number of seizures increased. At this time the seizures came about once a month, and they lasted from five to thirty minutes. Mostly it happened after running free out in the fields, or after longer walks.

The seizures became more frequent, and after some time she couldn’t go for a walk, or go with us for a drive, which she normally loved. At this time everything seemed very stressful for her, and normal activities were causing seizures.  She was on various medications during this time, but unfortunately nothing could help her. She had several severe seizures a week at that time. Experiencing your wonderful dog desperately biting her front feet, having uncontrolled convulsions, and howling hysterically in pain was unbearable and unacceptable both for Leah and us. 

At home resting between seizures, Leah was a happy dog, unfortunately these moments became rare. Her appetite was very good, but she didn’t put on wight, all muscles disappeared. Finally we had to make the terrible and heartbreaking choice to let our precious girl go. We went back to the University and Josefin Hultman, Leah could continue to contribute to the research after her death.

We now felt some kind of relief for not constantly worry about seizures, and the grief was immense when suddenly Dina got seizures as well, and we thought she was healthy ….

Fortunately, the seizures are rare, today two to three seizures a year. If you have experienced a dog with symptoms like Leah, we have no doubt that Dina also is affected by GHS. Dina is old so she has only been on a physical examination, not MRI, but the day we have to let her go, she also will contribute to Josefin’s research. With all my heart, I pray and hope that everyone understands how important this is, and that everyone who has a show greyhound with symptoms do the same and give the researchers the opportunity to do an autopsy. This is the only way to collect relevant samples and information to identify what exactly is causing this neurological disease.

The anxiety and fear for new seizures still control much of our everyday life. Fortunately, I have a partner who loves the dogs as much as I do, he was there for Leah and is here for Dina, supporting and comforting while the seizures are ongoing. We both hope that everyone takes GHS very seriously, is open about it and get the dogs examined. We don’t want neither of you, nor the dogs, to experience this – our worst nightmare.

2 Comments »

  1. I’m so sorry you have experienced this dreadful disease. I too lost a dog to GHS at the age of 4

    Kommentar by Pamela Rubinstein — 5.1.2023 @ 17:47

  2. @Pamela Rubinstein: A am sad to hear about your case. It would be great if you could enter the details in the Breed Archive, though. The more informatione we share, the more educated breeding decisions we can make.

    Kommentar by Barbara Thiel — 6.1.2023 @ 10:55

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