The Greyhound Show

21.12.2012

Why I hate to sell „Show Puppies“

Filed under: Allgemeines — admin @ 12:49

Ein kurioser Titel für einen Beitrag in einem Blog über Show-Greyhounds! Oder? Viele Leser werden die in dem nachfolgenden Text dargestellten Sachverhalte als übertrieben oder „typisch amerikanisch“ abtun. Aber sind wir in Europa wirklich noch so weit von solchen Auswüchsen des Ausstellungswesens entfernt? Das englische Original finden Sie hier.

Der folgende Artikel wurde von einem bekannten Windhund-Züchter geschrieben, der gerne anonym bleiben würden aus Sorge um die Züchter, die bei ihm Show Puppies gekauft haben, ohne „schuldig im Sinne der Anklage“ zu sein. Dieser Aufsatz erschien zuerst in der Juli/August-Ausgabe 1992 der Sighthound Review.

Vor vielen Jahren sagte mir eine prominenter Züchter meiner ursprünglichen Rasse, dass er niemals Show Puppies an Neulinge verkauft. In meiner Naivität war ich entsetzt: „Aber wir haben alle irgendwann einmal angefangen“ protestierte ich. „Ja“, antwortete er, „aber die brauchen nicht mit meinem Hunden anzufangen.“

Langsam, zögerlich, begann ich, ihm zuszustimmen!
Als ich meinen ersten Ausstellungshund bekam, war ich begeistert. Sie war nicht das beste Exemplar, aber das wußte ich nicht. Mit wenig Mühe machte ich sie zum kanadischen Champion, aber der größte Erfolg in den Staaten war ein Veteranen-Sieg auf einer Spezial-Ausstellung. Trotzdem war sie der Hund, mit dem ich lernte: ich lernte, wie man einen Hund vorführt, wie man gewinnt, wie man verliert, wie man seinen Hund erzieht, wie man ihn pflegt und trainiert.
Ich beugte mich über Fotos (was ich immer noch mache) um mein Auge zu schulen und das Exterieur zu verstehen. Ich bildete sie sogar bis zum CDX-Titel (Begleithund-Prüfung) aus. Es war nie wichtig, was für eine Farbe sie hatte, oder wer ihr Vater und Mutter waren. Ich war 18 Jahre alt und wähnte mich im Hundehimmel.
Ich züchtete nie mit ihr. Sie wurde geröngt und mit Dysplasie diagnostiziert. Dies – so nehme ich an – war meine Einführung in die eher unerfreulichen Aspekte einer verantwortungsbewussten Hundehaltung. Ihr Mitbesitzer / Züchter wollte trotzdem mit ihr züchten (was ist das für ein Ethos?), aber ich weigerte mich.
Mein nächster Ausstellungshund war eine andere Angelegenheit. Ich war immer noch am Lernen, und sie half mir dabei, mein Handling und Training zu verbessern. Als Welpe sammelte sie die ersten Championats-Punkte, aber dann folgte ein Jahr, wo sie immer nur Reserve-Siege sammelte. Ein ganzes Jahr Ausstellen, nur um Reserve-Siege zu erhalten! Aber es reichte, um mich bei der Stange zu halten und unsere Vorstellung zu verbessern. Dann, als Erwachsene, wurde sie großartig. Ich konnte sie als siebtbeste Hündin ihrer Rasse zu Zeiten der alten Working-Group platzieren, vorgeführt vom Besitzer. Sie wurde mit „Vorzüglich“ OFA-zertifiziert und so züchteten wir mit ihr. Ich suchte nah und fern nach dem „perfekten“ Rüden für sie, und mit der Hilfe eines Mentors fand ich ihn auch. Die Welpen dieses Wurfes starteten in erfolgreiche Show-Karrieren.
Nun befasse ich mich mit meiner zweiten Rasse, einem Windhund – und geniesse dies mehr als mit meiner ersten Rasse. Ich wusste mehr als damals, als ich anfing, hatte mit meiner ersten Rasse bereits viele Fehler gemacht und daraus gelernt – und hatte genug Verstand, diese nicht zu wiederholen. Jetzt habe ich Spass!
Wieso beobachte ich mich nun aber selbst dabei, dass ich lieber Welpen in Liebhaber-Hände verkaufen möchte? Warum hasse ich es, mit Leuten zu reden, die nach einem Welpen für die Ausstellung suchen? Wieso sehe ich mich selbst den alten Züchtern zustimmen, die mich früher entsetzten?
Vielleicht ist es diese Sache mit der „unmittelbaren Belohnung“. Käufer wollen nun einen Welpen, mit dem sie in den Ring marschieren und gewinnen. Sofort. Ohne Arbeit zu investieren. Keine Erziehung. Kein Schweiß. Kein Lernen. Du verkaufst ihnen einen vielversprechenden Welpen. Du sagst ihnen, dass Du immer mit Hilfe und Rat zur Verfügung steht. Du machst alle Dinge richtig. Und sie hören nicht zu, weil sie meinen, bereits alles zu wissen. Wenn Show Puppy-Käufer sich bei Dir melden, bekommst Du nur Beschwerden zu hören: er kaut, er frisst nicht richtig, er bellt, er mag seine Öhrchen nicht stellen, er zeigt sich nicht richtig in der Bewegung, er hasst es, im Käfig untergebracht zu werden, er wird reisekrank, er buddelt, er springt – und immer so weiter bis zum Erbrechen.
Anrufe von „Pet“-Besitzern bestehen aus: „Er ist so niedlich. Er ist so süß, er ist so artig, er liebt die Kinder, er schläft im Bett, er liebt Frisbee-Spielen, er fährt gerne Auto, er hat alle Knöpfe meines Chesterfield-Ledersofas gefressen aber sah danach so goldig aus (wahrer Anruf!), ich habe ein größeres Sofa gekauft, damit wir alle draufpassen (wahrer Anruf), und so weiter und so fort.
Die „Pet“-Welpenkäufer verhalten sich genauso wie ich, als ich meinen ersten Ausstellungshund bekam. Sie sind einfach so entzückt, einen solchen Rassehund zu haben, dass ihr Welpe Gefahr läuft, zu Tode verwöhnt zu werden. Sie bewältigen die kleinen Probleme, die bei der Welpenerziehung auftreten. Sie arbeiten daran. Sie wissen, dass dieser Zuwachs in ihrem Haushalt ihnen 12 bis 15 Jahre erhalten bleiben wird und daher investieren sie einige Zeit und Anstrengung, um aus ihrem Welpen einen guten Begleiter zu machen.
Ausstellungs-Leute werden sich von einem Hund trennen, den sie als Problem betrachten. Ihre Verpflichtung hält so lange, bis sie im Ring verlieren.
Und ich bin einfach der Beschwerden und des Gejammers überdrüssig und müde, die mit dem Verkauf eines Welpen für die Ausstellung Hand in Hand zu gehen scheinen. Die „er zeigt sich nicht“-Anrufe. Dann findet man heraus, dass sie noch nicht mal versucht haben, die Belohnungshappen zu wechseln. „Ausstellen für Anfänger.“
Ich bin es leid zu versuchen, Besitzer eines Show-Puppies auszubilden, die über 25 Jahre Erfahrung auf einmal aufsaugen wollen. Es gibt Sachen, die ich routinemäßig mache, ohne darüber nachzudenken und ich bin nicht in der Lage, mein „Speichermodul“ in Sekunden zu entleeren. Was wurde aus dem Beobachten anderer Menschen, aus den Gesprächen mit anderen Leuten, aus dem Lernen?
Was wurde daraus, Rückschläge hinzunehmen? Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass irgendein Züchter seinen „Pick of the litter“ verkauft? Wacht auf da draussen – die meisten von uns züchten in erster Linie für uns selbst und verkaufen den Überschuss. Bestenfalls erhältst Du die zweite Wahl. Wenn Du Glück hast, kannst Du möglicherweise auch den besten Welpen des anderen Geschlechts kaufen. Alles was Du erwirbst, ist ein Ausgangspunkt. Es liegt an Dir, dass zu verbessern, mit dem Du anfängst – und manche müssen mehr verbessern als andere.
Ich spreche mit zunehmend mehr Leuten, die nur noch Welpen an Liebhaber verkaufen. Alle werden mit Kastrations-Auflagen im Vertrag abgegeben. Das will ich eigentlich nicht machen, weil ich mich immer noch an meine eigenen Anfänge erinnere. Aber meine Geduld ist viel geprüft, und bei gleichen Voraussetzungen würde ich bevorzugt an einen Liebhaber-Platz verkaufen. Ich bin nicht weit entfernt davon, nur noch „Pet“-Welpen abzugeben. Ich werde stetig dagegen ankämpfen, aber ich werden nicht ewig kämpfen. Und was für ein trauriger Tag wird dies sein, da zunehmend mehr Züchter zu dieser Schlussfolgerung gelangen.

1 Kommentar »

  1. Danke schön, endlich jemand der uns aus der Seele spricht. Mein Mann und ich züchten seit 45 Jahren und erleben das gleiche. Wir sind schon soweit das wir nicht mehr züchten wollen. Mit freundlichen Grüßen Elisabeth Naumann

    Kommentar von Elisabeth Naumann — 4.4.2016 @ 17:41

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