The Greyhound Show

24.11.2012

Seltsame Blüten…

Filed under: Auf den Greyhound gekommen — admin @ 23:36

…treibt der jüngst in Zusammenarbeit mit den Firmen Mars bzw. Eurofins-Medigenomix und dem DWZRV entwickelte Rassereinheitstests für verschiedene Windhunde. Die Ergebnisse für die Rasse Greyhound wurden anlässlich des Greyhound-Meetings am 27.10.2012 von Frau Dr. Wimmer präsentiert, und bestätigten das, was viele schon lange vermutet hatten: bei Greyhounds vom Show- und Renntyp handelt es sich um genotypisch so deutlich voneinander getrennte Gruppen, dass man schon von zwei verschiedenen Rassen sprechen kann. Die Entfernung vom „Renngreyhound“ zum „Showgreyhound“ ist sogar weiter als die vom „Renngreyhound“ zum „Magyar Agár“:
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Blau dargestellt sind die Greyhounds aus den USA und Großbritannien, die dem Labor bereits als Referenzgruppe vorlagen. Dabei handelt es sich wegen der leichteren Proben-Beschaffung ausschließlich um Greyhounds vom Renntyp, die in diesen Ländern in großer Zahl für den Profi-Rennsport gezüchtet und gehalten werden. Grün dargestellt sind die in diesem Test erfassten Magyar Agárs, rot als „Greyhound New“ gekennzeichnet sind die 25 vom DWZRV eingeschickten Proben. Dabei handelte es sich um 15 Hunde aus Rennlinien, und 10 aus Showlinien. Deutlich zu sehen ist, dass 15 Hunde im Cluster der Referenzgruppe aufgehen, 10 dagegen einen eigenen, deutlich abgegrenzten Cluster bilden. Dabei handelt es sich nach Auskunft der DNA-Beauftragten des DWZRV Ursula Arnold um genau die 10 Proben der Greyhounds aus Showlinien.
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Auch im Vergleich  aller getesteten Greyhounds mit Nichtwindhunden (rote Punkte) zeigen die Show-Greyhounds eine große Entfernung sowohl zu den anderen Greyhounds (Rennhunde aus Deutschland, UK & USA) als auch zu der Nichtwindhund-Referenzgruppe.
Was mit diesen doch in dieser Deutlichkeit eher unerwarteten Ergebnissen weiter passiert, bleibt abzuwarten. Kurios ist jedoch eine in den letzten Tagen vom Zuchtkommissions-Mitglied für die Rasse Greyhound im DWZRV – Dr. Rita Bennemann – an die Vorsitzenden der DWZRV-Landesgruppen versandten Bitte:

„Ende November finden üblicherweise die JHVs der Landesgruppen statt, in denen über die Unterstützung von Anträgen an die JHV des DWZRV beraten werden soll. Deshalb wenden wir uns hier mit einem Antrag in Greyhound Angelegenheiten an Sie, für den wir die Landesgruppen um Unterstützung bitten.
Der Antrag lautet: Auf Ausstellungen werden für Show-Greyhounds und für Leistungsgreyhounds jeweils eigene Klassen eingerichtet, die die Besonderheiten beider Varietäten repräsentieren. Der Aussteller entscheidet, für welche Klasse er seinen Hund meldet.

Begründung:
Für die Rasse Greyhound gibt es einen einzigen Standard. Das kann und soll nicht geändert werden.
Auf unserem diesjährigen Greyhoundmeeting hat die Forscherin Frau Dr. Barbara Wimmer der Firma Medigenomix erstmals Ergebnisse über die Rasseerkennung mit molekularbiologischen Methoden vorgetragen. Danach ist es jetzt möglich, anhand des Genoms die Rassezugehörigkeit und die
Reinrassigkeit eines Hundes zu bestimmen. Im Unterschied zu allen anderen hat sich dabei für die Rasse Greyhound als Besonderheit herausgestellt, dass sich die Individuen der Ausstellungslinien und die der Leistungslinien im Genom ebenso unterscheiden, wie jeweils von der Rasse Magyar Agar, also eigene sogenannte Cluster bilden. Die Aussage von Frau Dr. Wimmer: „Greyhounds fallen in zwei Gruppen! Distanz zwischen beiden Gruppen so groß wie zwischen Magyar Agar und Greyhound.“
Nun werden Überlegungen nach Konsequenzen aus dieser Erkenntnis laut.
Es bietet sich an, alle Greyhounds natürlich weiter in einer Rasse zu belassen, im Ausstellungswesen diese beiden Formen aber als „Varietäten“ zu definieren, wie es zum Beispiel seit Langem bei den Pudeln der drei Größen der Fall ist, bei denen es neben den Größen auch für jede Fellfarbe eine eigenes CAC etc. gibt. Auch bei anderen Rassen wird das so gehandhabt.
Die JHV möge den Vorstand beauftragen, sich beim VDH dafür einzusetzen! Zu sachgerechter Hilfe sind die Greyhound Kenner bereit.“

Vermutlich wird der VDH nicht aufgrund eines solchen Antrages seine Ausstellungsordnung ändern, und erst recht nicht der Kennel Club den Greyhound-Standard. Bei den Rassen, die als Beispiele für unterschiedliche Varietäten zitiert werden, sind diese unterschiedlichen Varietäten bereits im Standard als solche aufgeführt.  Der Greyhound-Standard beschreibt dagegen einen einzigen Hund, nämlich den Greyhound. Der Fall bezüglich Auftrennung der Rasse in verschiedene Typen ist bei anderen Rassen (z.B. Deutscher Schäferhund: Leistungs- vs. Showtyp, Afghanischer Windhund: Rennhund vs. Showtyp) ähnlich gelagert, ohne dass deswegen bisher die Standards geändert worden wären.

Daher wird diesem Antrag vermutlich kein Erfolg beschieden sein – es wäre aber schade, wenn das die einzige Reaktion auf diese durchaus interessanten Entdeckungen bleiben würde….

1 Kommentar »

  1. dieser Antrag kam vermutlich zu spät zu den diesjährigen LG-Meetings.Die Lobby fehlt auch noch aufgrund der
    Tatsache,das klare Zielsetzungen fehlen.Wir sollten daran arbeiten,bei den kommenden Sitzungen einen besonderen Tagesordnungspunkt zu definieren und die Greybesitzer stärker zur Teilnahme zu bewegen.Ich hatte das Gefühl,als ginge dieser Punkt in der Flut von weiteren Aufgaben unter.

    Kommentar von Frank — 26.11.2012 @ 18:52

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