The Greyhound Show

14.11.2012

Hounds Toplines & Underlines, Part 2

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Literaturtip — admin @ 12:22

undefined Im zweitenTeil von „Hounds – Toplines & Underlines“ geht die Autorin primär auf orientalische Windhunde wie Saluki und Afghanischer Windhund ein, sowie den Basenji und den Norwegischen Elchhound, macht aber noch einmal einen Ausflug zu den Greyhounds und den greyhound-artigen Windhunden. Diesen Teil, in dem es vorwiegend um die Vorhand-Konstruktion geht, haben wir ebenfalls übersetzt:

… Wir hatten festgestellt, dass eine falsche Oberlinie von verschiedenen möglichen Veränderungen des Skelett-Struktur verursacht werden kann, wie wir ausführlich im ersten greyhoundbezogenen Teil dieses Aufsatzes erörtert haben. Bezogen auf die Hunde, die anfänglich ein Mindestmaß an Umrisslinien zeigen, die dann aber in der Bewegung den Kopf glich niedrig oder niedriger als die Ebene des Widerrists, des Rückens und der Kruppe absenken, gibt es dafür sicher auch verschiedene Ursachen. Mrs Slayter besprach die Unterschiede zwischen Windhunden und Hütehunden und lege nun dar, dass die Vorhand auch einen Einfluss auf den Trend bei der greyhound-artigen Familie hat. Die Vorhand-Konstruktion besteht aus mehr als nur Schulterblatt und Oberarm. Sie umfasst die Halswirbel, die Stelle, wo sie (der Hals) in die Wirbelsäule eingesetzt sind, die Lage der Schulterblätter und beinhaltet auch das ganz wichtige Brustbein und die Füllung zwischen den Vorderbeinen. Verbunden mit einer fehlerhaft aufgebauten Vorhand sind bei einigen greyhound-ähnlichen Vertretern die Halswirbel zu niedrig in die Wirbelsäule eingesetzt. Dies ist ein möglicher Konstruktions-Mangel und ebenso fehlerhaft wie steil stehende Schulterblätter und eher zu kurze als hinreichende lange Oberarmknochen. Ich vermute, dass Varianten und Umgestaltungen des Hals-Ansatzes bei vielen Exemplaren vorkommen, die die Tendenz zum Senken des Kopfes zeigen. Das kann man aufgrund der umgebenden Muskulatur nicht immer leicht ertasten, aber es wird sichtbar, wenn die Hunde sich in Bewegung setzen. Sie neigen dann dazu, ihren Kopf fast auf der Ebene des Widerristes und der Rückenlinie tragen, manche lassen ihren Kopf sogar unter diese Linie sinken vergleichbar einem Hütehund wie dem Border Collie. Es ist hilfreich, sich die Funktion und Arbeitsweise eines Hütehundes wie dem Border Collie anzusehen. Stellen Sie sich vor, wie Hütehunde ihren Kopf in der Bewegung senken, hüten und die Herde mit ihrer Körpersprache und Augenkontakt lenken. Die geduckte Haltung ist typisch für Hütehunde, die ängstliche Herdentiere einpferchen, vorwärts treiben und lenken. Infolgedessen haben die durch den Menschen selektierten Merkmale natürlicherweise zu einem tiefer in die Schulter und Wirbelsäule eingesetzten Hals bei diesen Viehtreibern geführt. Im Gegensatz dazu, sind bei den meisten Windhunden die Halswirbel nicht so tief angesetzt und die Schulterblätter nicht so schräg wie bei fast allen anderen Rassen angesetzt. Es gibt offensichtlich Unterschiede zwischen verschiedenen Windhunden, trotzdem wird der Übergang von Halswirbel in die Wirbelsäule und die Platzierung der Schulterblätter höher als bei fast allen anderen Rassen sein.
Diese höhere Platzierung unterstützt beim Sichten der Beute – im Vergleich beispielsweise zum Wolf, dessen wichtigste Eigenschaft der Geruchssinn und der üblicherweise seinen Kopf hängend trägt, nicht höher als auf Rückenhöhe. Um das näher zu spezifizieren, füge ich eine informative, aber kurze Information eines der weltweit führenden Wolfsexperten Heptner, Naumov, an. In „Säugertiere der Sowjetunion, Band II, Teil 1a (1998): „Der Wolf ist ein schlankes, wohl-proportioniertes Tier. Er hat einen langen Rücken mit abfallendem Rücken, mit hohen Schultern und einer niedrigeren, aber starken und breiten Kruppe. Der Brustkorb ist geräumig und tief herab reichend, der Bauch ist aufgezogen und der Hals ist kraftvoll und muskulös. Die Gliedmaßen sind lang und stark, die Pfoten verhältnismäßig klein und die Zehen stehen dicht beieinander (in einem Stück). Der Kopf ist groß und schwer, mit starken Kiefern, einem langen, aber nicht spitzen Fang, und einer breiten Stirn. Das Tier trägt seinen Kopf normalerweise ein wenig hängend, nicht höher als auf Schulterhöhe, und erscheint ein wenig gebückt mit seinen hohen Schultern. Nur der wachsame Wolf hebt seinen Kopf hoch.“ Die beigefügten Fotografien illustrieren diese Ausführungen bestens.
Es ist wichtig, dass Windhunde zur Jagd auf große Beutetiere ebenso wie der Wolf einen einen starken Rumpf benötigen, um ihre Beute zu töten. Sie sind nicht erfolgreich, wenn sie eine untypische, unfunktionale Oberlinie haben. Während der Jagd tragen Windhunde und besonders die greyhound-artigen Rassen ihren Kopf deutlich höher als in horizontaler Ebene. Scharfes Sehvermögen ist ein Hauptmerkmal des Windhundes.
Im ersten Teil habe ich das Büchlein des Greyhound Clubs of America „The Greyhound, Form Follows Function“ vorgestellt, welches wortgewandt darlegt: „Auf der Jagd wird der trabende Windhund die Haltung seines Kopfes den Geländeverhältnissen anpassen, eine höhere Haltung ist erforderlich, um Hindernisse zu überblicken oder um ein größeres Blickfeld zu erfassen oder wenn Wild in zu großer Entfernung erblickt wird, um einen Galopp zu starten.“ Capatain Grahams Irish Wolfhound von 1885 verlangt „Kopf und Hals hoch getragen“, und noch heute führ der AKC Standard für den Wolfhound: „Der Irish Wolfhound vereinigt auf bemerkenswerte Weise Kraft und Schnelligkeit mit scharfem Sehvermögen.“
Da wir Unterschiede bezüglich Beutetiere, Funktion und Gelände vorfinden, finden wir ebenfalls Unterschiede im Halsansatz der Windhunde, wie den definierten (klar umgrenzten) Widerrist des Afghanischen Windhundes, die als gleichbedeutend mit dem Afghanischen Windhundes gelten. Der Afghanische Windhund mit seinem langen Hals für das Erreichen und Ergreifen des Beute, geradem Rücken, kompakt und kurz im Rumpf jagte in ausgesprochen anderem Gelände mit Klippen, Schluchten und Bergen. Das tut auch der Podenco Ibicenco oder „Kaninchen-Hund“, der wir im ersten Teil besprochen haben und der mit seinem langen Hals, seinem geraden Rücken und seiner leicht gewölbten Lende ein gut aufgebauter Jäger kleinen, aber extrem flinken Wildes in steinigem, buschigem Gelände ist.
Dahingehen haben die greyhound-artigen Deerhounds, Wolfhounds und Barsois keinen so ausgeprägten Widerrist.
Nachdem dies alles gesagt wurde, sehe ich mich veranlasst zu erwähne, dass man gelegentlich ausnahmsweise richtig aufgebaute Hunde findet, die ihren Kopf im Ausstellungsring hängen lassen. Dies mag von einer offensichtlichen Abneigung gegen Ausstellung herrühren, oder davon, dass der Hund sich bei seinem Vorführer nicht wohl fühlt oder der Hund sogar gesundheitlich angeschlagen ist. Die genauere Prüfung des Hundes durch einen erfahrenen Richter wird es üblicherweise an den Tag bringen, ob irgendwelche anatomische Mängel vorliegen hinsichtlich der Länge und Gleichmäßigkeit der Knochen, schwacher Bemuskelung und oder überladenem Schulterblatt mit möglicherweise zu niedrigem Halsansatz.
All das würde zu zur flachen Oberlinie eines Windhundes beitragen, zum Verlust der Umrisslinien in der Bewegung und zu einem extrem niedrig getragenem Kopf. Unglücklicherweise finden wir auch viel zu häufig das extreme Gegenteil vom Verflachen in Stand und Bewegung mit Senken des Kopfes. Viele Rasseliebhaber und Richters haben „Kopf und Hals hoch getragen“ nämlich falsch interpretiert und als Ergebnis sehen wir viele Hunde mit „steiler“ Haltung und Konstruktion. Aufrechte Haltung ist das Gegenteil eines gut aufgebauten Hund, der „im Stand viel Boden deckt“ und ist unvereinbar mit einem Jäger für großes, gefährliches Wild. Die steile Haltung beeinträchtigt nicht nur die korrekten, fliessenden Umrisslinien, sondern kann sich vor allem tödlich für diesen Jäger auswirken. Man kann deutlich sehen und fühlen, dass zu hoch bzw. zu weit vorne angesetzte Hälse und Schultern normalerweise von einem schwachen, dünnem Nacken begleitet werden. Dies hat außerdem einen streckenden Effekt, welcher sich auf die Lage der wichtigen Brustbeinspitze auswirkt. Das vermindert die „Füllung“ zwischen den Vorderbeinen, und behindert demzufolge die Funktion dieser „Füllung“, welche im Schutz der vorderen Rumpfes besteht und darin, die Wucht und die Auswirkungen eines Aufpralls zu verteilen. „Füllung“ wird für alle Windhunde inklusive Saluki und Afghane gefordert, auch für Nasenjäger wie den Elchhund.
Zu guter Letzt bewegen sie (Anm. der Übersetzerin: die Hunde mit steiler Vorhand) sich mit einer verschwenderischen Auf- und Ab-Bewegung, immer über und unter ihre Statik hinausschiessend – im Gegensatz zu einem korrekten, die Umrisslinien erhaltenden, flach ausgreifendem Bewegungsablauf. Höchst wahrscheinlich starteten falsch informierte Züchter den Trend, die in Teil eins diskutierte elementare Lendenwölbung der Greyhounds und greyhound-artigen Rassen zu vernachlässigen. Die flachere oder gerade Oberlinie ist viel einfacher zu erzeugen als die unentbehrliche und notwendigerweise geschwungene, fliessende Oberlinie. Zusätzlich sind Ausstellungsrichter zu leicht bereit, diesen schweren Fehler zu vergeben oder zu bagatellisieren…

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

Powered by WordPress