The Greyhound Show

12.11.2012

Hounds – Toplines & Underlines

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Literaturtip — admin @ 01:44

Übersetzung eines Auszuges aus einem Artikel von Lisa Dubé Forman, erschienen in „The Canine Chronicle“:

undefinedEs ist wesentlich, dass die Umrisslinien – andere bevorzugen das Wort Silhouette – fast immer den Rassetyp unserer Hounds definiert. Mein Anliegen ist nicht, alle 27 Rassen der Hound-Group zu behandeln. Vielmehr habe ich einzelne Rassen ausgewählt, um an ihnen maßgebliche Elemente der Umrisslinien zu illustrieren. Die Hound Group wird in Wind- und Laufhunde unterteilt und innerhalb der Windhund-Gruppe gibt es eine Familie der Greyhounds und greyhound-ähnlichen Rassen. Ich werde deren ganz eigene Form zuerst besprechen, weil diese für mich sehr wichtig ist und mich anschließend meist auf die gesamte Familie beziehen.

Die Umrisslinien des Greyhounds sind Grundlage für den Scottish Deerhound, den Irish Wolfhound, den Barsoi, Whippet und das Italienische Windspiel. Daher ist die Oberlinie mehr als eine isolierte Einzelkomponente, sie ist untrennbar vom Rassetyp. Diese Familie passt nicht in den üblichen Richter-Jargon von „quadratisch“ oder „rechteckig“, welcher oft benutzt wird, wenn unbekannte Rassen studiert werden. Greyhound-artige Rassen sind eine Serie von fließenden Kurven mit langen Gliedmaßen, Knochen, Rumpf und einer gewissen Widerristhöhe, keine niedriggestellten Rechtecke oder gedrungene Quadrate. Die Verschmelzung von Länge, Form und Biegung der Rückenwirbel der Wirbelsäule in Verbindung mit der harten, geschmeidigen Bemuskelung, die sie umgibt und die Lendenregion unterstützt, erzeugen den charakteristischen, unübersehbaren und markanten Schwung der Lende. Dies, zusammen mit der großen Breite von Lende und Becken, und den ausgewogenen Längenverhältnissen von Femur (Oberschenkel) und Tibia (Unterschenkel) ermöglichen die wunderschöne greyhound-typische Oberlinie. Der Fachbegriff Oberlinie wird meist als der Punkt über den Schulterblättern (üblicherweise als Widerrist bezeichnet) mit seinen 13 Brustwirbeln definiert, der sich nach hinten über die Wirbelsäule mit ihren 7 Lendenwirbeln und den drei Kreuzwirbeln fortsetzt. Eine fliessende greyhound-ähnliche Oberlinie beginnt am Oberkopf, über das Hinterhauptbein und gleitet herunter über einen starken, gebogenen, gut angesetzen Hals mit entsprechender Tiefe. Sie fließt über die Schultern sowie die sattelförmigen Wirbel und beginnt ab dem Punkt hinter der siebten freien Rippe leicht anzusteigen, über eine gewölbte Lendenpartie von bedeutender Breite, um sich über den anschließende Kruppenansatz fortzusetzen, eine breite, im 30° Grad Winkel abfallende Kruppe hinunter und schließlich die Rute herab.
(Anmerkung der Übersetzerin: Leider sind dem Artikel in der Online-Ausgabe keine der nachfolgend erwähnten Fotos beigefügt)
Wenn alles stimmt, ist dies ein Gegenstand von Schönheit, wie in Bild 1 zu sehen ist, in dem ein ausgezeichnet gebauter und bemuskelter Wolfhound seine Umrisslinien in Bewegung hält. Es gibt keine scharfen Winkel oder abrupte Unterbrechungen, einfach nur eine fließende Oberlinie. Als Hilfestellung für Uneingeweihte habe ich drei Fotos beigefügt, die zeigen, wie diese Wolfhound-Hündin in unterschiedlichen Altersabschnitten jeweils ihre Umrisslinien gehalten hat. Ich finde, dass es sehr hilfreich ist, unbekannte Rassen in unterschiedlichen Altersstufen zu beobachten. Bild 3 wurde in ihrer Blütezeit aufgenommen und kurz vor ihrem Tod durch ein Osteosarkom, welches in ihren Bauchraum metastasiert hatte und kurz darauf platzte. Man kann den auffälligen Bauchansatz bemerken, allerdings war die Metastasierung zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme unbekannt. Auf Hunde angewandt bedeutet das Prinzip „form follows function“, dass die Umrisslinien hauptsächlich auf der beabsichtigten Funktion oder des Verwendungszwecks basieren sollten. Deshalb ist die greyhound-ähnliche Umrisslinie mit ihrer deutlich gewölbten Lende, ihrer Abfolge von fliessenden Kurven das Wesentliche, ohne das wir eine komplett andere Rasse hätten. Die Unterlinie ist genauso wichtig wie die Oberlinie für diese einzigartige Familie. Diese Jagdhunde müssen ein gut nach hinten gezogenes Rippenschiff haben. Kurze Brustbeine, kurze Rippenschiffe resultieren üblicherweise in einem scharfen Aufzug des Bauches, was nicht nur unattraktiv, sondern hinderlich ist. Ein steiler Brustkorb und dessen Unzulänglichkeiten schwächen diese Jäger anstatt sie zu stärken, da die Hunde mit kurzem und flachem Rippenschiff Raum für eine Herz angemessener Größe und große Lungenkapazität verlieren, was das Durchhaltevermögen verringert. Vor allem ist ein langes Rippenschiff ein Harnisch, der ebenso die inneren Organe des Jagdhundes vor Schädigungen schützt wie entsprechendes Volumen für ein stark bemuskeltes Zwechfell bietet, welches die Atmung beeinflusst. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um etliche beunruhigende Trends anzusprechen. Es gibt eine beachtliche Anzahl greyhound-ähnlicher Exemplare mit deutlich flacherer bis hin zu annähernd geraden Oberlinien insofern, als ihnen eine gut oder auch nur leicht gewölbte Lende fehlt. Wir haben auch einige Exemplare mit „Skipisten“-Oberlinien angetroffen. Diese sollten streng bestraft werden, da es sich weder um leichte noch um harmlose Fehler handelt, sondern um welche, die sich schädlich auf die Funktionalität des Jagdhunds auswirken und die das genaue Gegenteil von Greyhound und seinesgleichen darstellen. Diese Familie sollte nicht die Oberlinie eines Podenco Ibicenco haben, noch sollte der Greyhound, Wolfhound oder Deerhound einem Podenco Ibicenco hinsichtlich seiner fast quadratischen Umrisslinien ähneln. Hier erläutere ich nun die beobachteten Paralleln, die als unvereinbar angenommen werden. Der Podenco Ibicenco ist ein Hund den ich sehr bewundere, weil seine Form es ihm erlaubt, seine Funktion mit so viel Lebensfreude zu erfüllen. Seine Form leitet sich auf ideale Weise von seiner Funktion ab und es ist offensichtlich – wesentlich – warum er in dieser Art gebaut ist. Der korrekt Podenco hat einen geraden Rücken mit einer leicht gewölbten Lendenregion. Dies ist ideal für sein Jagdterrain und dafür, wie er die Jagd ausübt, aber es ist das Gegenstück dazu, wie eine greyhound-ähnliche Rasse gebaut und wofür sie vorgesehen sein sollte.

Abbildung 4 zeigt eine wunderbare Podenco-Oberlinie und Form, dennoch sehen wir heutzutage das selbe in unserer Greyhound-Familie. Der Podenco Ibicenco hat einen langen, schlanken, leicht gebogenen und starken, aber flach bemuskelten Hals. Die Oberlinie von den Ohren bis zur Rute ist geschmeidig und fliessend, der Rücken ist flach und gerade. Die Lende ist sehr leicht gewölbt, mit einer Kruppe, die nur sehr leicht geneigt ist, dieser Jagdhund ist etwas länger als hoch und seine hauptsächliche Jagdbeute sind Kaninchen. Die maßgebliche Formulierung ist dass der Podenco etwas länger als hoch ist. Ihre äußere Form ist eine der Komponenten, die es dem Podenco ermöglichen, mitten in der Luft zusammen zu klappen und die Richtung zu wechseln wie in Abbildung 5, und aus dem Stand fast zwei Meter in die Höhe zu springen. Der Podenco jagt in seiner eigenen einzigartigen Art und Weise, indem er aufrecht auf seinen Hinterbeinen steht, um ins Gebüsch zu hören und zu sehen und ist fähig, fantastische Sprünge im freien Flug auszuführen wie in Abbildung 7. Die Podenco-Fotos porträtieren die Leistungen eines sagenhaften Athleten, der leicht rechteckig gebaut ist, dessen Oberlinie gerade ist mit einer nur geringgradig gewölbten Lendenregion. Für die, die mehr wissen wollen, gibt es viele lehrreiche Videos von der Jagd mit Podencos, die dem Betrachter zu einem klareren Verständnis für die einzigartige Konstruktion und Fähigkeit dieser Jagdhunde verhelfen. Mrs Nan Kilgore, die ein ziemlich anerkannte Podenco Ibicenco-Kennerin ist, gibt uns Zeugnis über die Podenco-Oberlinie. „Dies ist meine Beschreibung der Podenco Ibicenco-Umrisslinien, die gesamte Silhouette des Hundes in gespannter Haltung oder in Show-Pose. Zunächst einmal kann kein Aussteller einen Hund so gut aufbauen wie ein guter, selbstbewusster Hund sich selbst. Aussteller haben oft die irritierende Angewohnheit, den Hund aus der optimalen Position „herauszuziehen“. Sie richten die Hals- und Schulterlinie steil auf und platzieren die Hinterhand so weit nach hinten, dass die Oberlinie abfällt. Beginnend bei der Nase, so sollte diese über das Maul hinaus ragen. Der Podenco hat keinen stumpfen Fang. Wenn man der Linie der Nase über den Nasenrücken folgt, sollte diese ebenso lang wie der hintere Teil des Schädels sein. Der Nasenrücken sollte ein leicht römisches Profil aufweisen. Nicht extrem, aber wahrnehmbar, üblicherweise mehr beim Rüden als bei der Hündin. Der Verlauf vom Fang zum Oberschädel sollte einen sanft ansteigenden, kaum wahrnehmbaren Stop bilden. Der Nasenrücken und der Oberkopf sind parallel. Der Schädel ist lang und flach. Am Hinterkopf sollte ein Punkt zu sehen sein, das Hinterhauptbein – leider ist dies nicht immer sichtbar. Der Hinterhauptstachel sollte zu bemerken sein, aber nicht so ausgeprägt wie beim Irish Setter. Hoch am Kopf angesetzt, mit dem Ansatz auf einer Linie mit dem Auge bilden die großen, rautenförmigen Ohren den krönenden Abschluss. Von der Seite gesehen neigt sich das Ohr leicht vorwärts, und folgt mit seiner leicht rückwärts gebogenen Rückseite der Nackenlinie. Wenn man der Oberlinie des Nackens folgt, so sollte dort ein leichter Kamm sichtbar sein. Der Hals ist lang und leicht gebogen. Er fließt geschmeidig in den erhöhten Widerrist. Der Widerrist fließt herunter in den geraden Rücken (die Handbreit zwischen dem Widerrist und der Lende). Dann wölbt sich die Rückenlinie sanft über die Lende. Das birgt die Muskulatur, die für den Sprunggalopp ermöglicht. Es gab einige Mißverständnisse, dass die gesamte Oberlinie gerade sein sollte. Hunde in Rennkondition weisen meist eine stärker entwickelte Lendenwölbung auf. Die Hüfthöcker sollten deutlich erkennbar sein.
Die Kruppe fällt in einem angemessenden Winkel ab. Dieser Aspekt verliert sich aufgrund von Änderungen am AKC-Standard, wodurch nun eine leicht abfallende anstelle einer abfallenden Kruppe gefordert wird. Die lange, tief angesetzte Rute hängt normalerweise, wenn der Hund steht. Die Rute kann in vielen Positionen getragen werden, muss aber bei der Jagd hoch über dem Rücken getragen werden, ohne auf diesem aufzuliegen. Der Sitzbeinhöcker ist pointiert. Dies belegt zwei Dinge: dass der Hund fit ist und die richtige flache Muskulatur aufweist und dass die Winkel der Hüfte zum Sitzbein zum Knie korrekt angelegt sind. Zu offene Winkel – ein Problem, das wir heute bei vielen Rassen sehen – sorgen dafür, dass nichts mehr hinter dem Rutenansatz folgt.
Wie Rachel Page Elliot feststellt „Der Unterschenkel sollte lang und gut gewinkelt sein. Nicht extrem, aber genug um dem Podenco zu gestatten, Spannung für sein atemberaubenden Sprünge aufzubauen.“
Der alte Spanische Standard sprach von „gut gebeugten Sprunggelenken, stark und nahe am Boden“. Eine Linie vom Hüftbeinhöcker sollte die Kniescheibe treffen. Wenn der Hund richtig steht, wird die Linie vom Hüftbeinhöcker zur Rückseite der Pfote senkrecht sein. Folgt man der senkrechten Linie des Hintermittelfußes aufwärts zur Vorderseite des Sprunggelenks, sollte sie sich zu einem gut gewinkelten Sprunggelenk öffnen. Wenn Sie wiederrum von der Kniescheibe gerade nach oben gehen, sollten Sie beim Hüftbein auskommen. Der Bauchaufzug beim Podenco ist ausgeprägt, aber die Brust sollte nicht extrem tief sein. Der lange Oberarm befindet sich ein Stück vor dem tiefsten Punkt des Brustkorbs. Dieser Oberarm ist gerade als bei den meisten anderen Windhunden, aber nicht absolut senkrecht und steht leicht unter der Vorbrust. Das Brustbein formt einen wahrnehmbaren Winkel, aber keinen deutlichen, scharfen Kiel. Die Unterseite des Halses verläuft in einem schönen sauberen Bogen und ist trocken bemuskelt. Nun haben wir die Silhouette einmal umrundet. Eine sehr besondere Silhouette, die die Rassen auf den ersten Blick von allen anderen unterscheidet.
Viele der Podenco Rasse-Merkmale können nicht oder sollten nicht auf unsere Großwildjäger übertragen werde. Abbildung 1 portraitiert das korrekte, formschöne, fließende Gangwerk, welches man heutzutage nur noch selten sieht. Es bleibt die Frage: warum gibt es dann diese Oberlinien, die mehr und mehr an Podenco Ibiciencos erinnern, wenn es sich eigentlich um greyhound-ähnliche, galloppierende Jagdhunde handeln sollte? Der Wolfhound, Deerhound und Barsoi hat sich nicht zum Zwecke der Hasenjagd in der perfekten Deckung im Gelände mit Gebüschen, Felsen, schmalen Durchlässen und steilen Hängen entwickelt. Diese besorgniserregende Entfernung von ihren Standards enthüllt einen weiteren, damit verbundenen beunruhigenden und unattraktiven Sachverhalt. Ich habe bei vielen dieser Rassen beobachtet, die im Profil zumindest noch ein Fünkchen von Umrisslinien zeigen, was an sich natürlich schon nicht befriedigend ist – wenn also diese Hunde sich in Bewegung setzen, flachen sie im Traben ab. Viele laufen mit einer fast parallel zum Untergrund verlaufenden Oberlinie. Im Wesentlichen senken sie ihren Hals, so dass sich der Kopf, die Schultern, der Rücken und die Lende auf einer Ebene befinden. Das Fehlen einer fließenden, kurvenreichen Oberlinie und infolgedessen einer gewölbten Lende ist bei der Greyhound-Familie unfunktional und Beleg für eine unflexible Oberlinie. Schlicht ausgedrückt, ist es ein Widerspruch in sich. Einige Leser mögen damit nicht einverstanden sein und stolz erklären, dass ihr Hund aus der Greyhound-Familie ein Lure Coursing-Champion sei und eine flachere bis flache Oberlinie besäße. Ich hege einen großen Respekt für etliche meiner sachkundigen Bekannten, die sich für Lure Coursing begeistern und die – obwohl sie diese Freizeitbeschäftigung sehr geniessen – bereitwillig mit mir im folgenden Punkt übereinstimmen werden. Zweifelsohne ist ein Coursing Champion-Titel eines Wolfhounds, Deerhounds oder Barsois, der in Lure Coursing-Wettbewerben üblicherweise 500-900m eine Tüte jagt, die in verschiedenen Geschwindigkeiten über den Boden gezogen wird, um das Fluchtverhalten eines Hasen zu simulieren, NICHT die Bestätigung, dass es sich bei diesem Hund um einen wendigen Ausdauerjäger für großes Wild handelt. Dementsprechend bin ich anderer Meinung als diejenigen, die übertriebene Betonung auf solche Titel bei den eben genannten Rassen legen. Diese Titel sind weder gleichbedeutend noch Beweis für das Format eines starken Jägers, der die Fähigkeit hat, enorme Beanspruchungen zu ertragen und zu überstehen. Diese drei Rassen entwickelten sich mit unterschiedlichen Verwendungszwecken anhängig vom Gelände und dem Wild, dass sie jagen sollten: 100-150kg schweres Rotwild, Hirsche oder Wölfe. Der Schotte ist, wie sie bald sehen werden, ein vorzüglicher Hirschjäger in steilen Hanglagen. Aufgrund ihrer Form und Statur waren sie bekannt dafür, schneller als der Hirsch bergauf während der Jagd bergauf zu sein. Die Jagdtechnik des Barsoi (bis in die 1930er Jahre als Russischer Wolfshund bekannt) bestand darin, nach dem Ableinen den Eurasischen Wolf manchmal kilometerweit zu hetzen, ihn üblicherweise durch Anrempeln mit der Schulter anzugreifen und den lebendigen Wolf so lange zu stellen, bis die Jäger eintrafen. Die Hauptaufgabe des Wofhounds war das Ergreifen und dann das Töten des Wolfes. Hier schließe ich einige faszinierende Fakten an, damit der Leser versteht, wie eindrucksvoll der Eurasische Wolf ist, ein Gegner mit mehr als 75cm Schulterhöhe und einem Gewicht von 86kg und mehr. Aus der umfassenden Feldstudie, die von Polly Brewster in Howl zusammengestellt wurde (eine Autorin die sich selbst der Rettung des Amerikanischen Grauwolfes verschrieben hat): „Wölfe können mit 55-65 km/h durch den Schnee sprinten. Wölfe sind für die Jagd gebaut, ihre Körper sind perfekt für das Niederziehen der Beute ausgestatten, mit Kiefern, die eine Beißkraft von 61kg pro Quadratzentimeter entwickeln können, Backenzähnen, die Knochen durchbeißen können und deren Fangzähne die Nase eines Elches festhalten können, der mit 55 km/h flüchtet. Sie können in tiefem Schnee 5 Meter weit springen – das entspricht der Länge eines Kombis.“ Da dieser Artikel in weiteren Teilen fortgesetzt wird, werde ich weitere Fotografien und zusätzliche Forschungsergebnisse über dieses in der Tat großartige und gefährliche Wild beifügen. 1885 schrieb Captain George Augustus Graham in seinem Aufsatz über den Wolfhound: „Stärke, Statur und Schnelligkeit waren die am besten kultivierten Eigenschaften – auf jeden Fall, was die Rassen betrifft, die für das Ergreifen von großem und wehrhaftem Wild eingesetzt wurden.“
Da die notwendige, vollendete Greyhound Form nicht in Frage steht, sollten wir die Grundlagen des Greyhounds selbst erforschen, der in der Antike als „Long-Dog“ bekannt war. Im wunderbaren Buch „Greyhounds in America, Volume 1“ ist ein wichtiges Zitat enthalten. Die Autoren geben an, dass im 14. Jahrhundert Edward Duke of York in „The Mayster of Game“ etwas niedergelegt hat, was als der erste Standard der Rasse Greyhound gelten könnte (übersetzt aus dem mittelalterlichen Englisch): „Schultern wie ein Rehbock, die Vorderbeine gerade und hinreichend gerundet, aber nicht die Hinterbeine. Die Pfoten gerade und rund wie die einer Katze und mit starken Krallen. Die Knochen und Gelenke des Rückens so breit und fest wie die eines Hirsches („Harte“). Die Schenkel so breit und gewinkelt wie die eines Hasen, die Sprunggelenke gerade und nicht gebogen wie die eines Ochsen.“ Dieses Kriterium ist wichtig, weil der Duke of York die Knochen und Gelenke des Greyhound-Rückens (Wirbelsäule, daraus folgend die Rückenlinie) als so breit und und fest wie den Rücken eines Hirsches („Harte“) definiert. „Harte“ ist ein mittelalterliches englisches Wort, das sich auf einen männlichen Rothirsch bezieht, eine in England heimische Art. Folglich ist die Beschreibung der besonderen Merkmale des Greyhounds ausschlaggebend, um den jagenden „Long-Dog“ vor Verletzungen zu schützen. Ich werde hier eine Pause einlegen, um rhetorisch laut darüber nachzugrübeln, warum die Kenner aus dem 14. Jahrhundert, die ihr Hundematerial sorgfältig nach der Funktion und Leistungsfähigkeit des entsprechenden Hundes auswählten, so außergewöhnlich gelehrt waren, wohingegen es so scheint, dass moderne Rasseliebhaber nicht so gebildet sind. Wir könnten annehmen, dass moderne Rassekenner eigentlich noch viel gebildeter sein sollten, weil Fakten und Informationen so leicht über die „Daten-Autobahnen“ abgerufen werden können. Umso mehr, da Bildung durch gut investierte Zeit mit einem exzellenten Mentor erleichtert wird und das Reisen heutzutage den Möglichkeiten des 14. Jahrhunderts Lichtjahre voraus ist. Vielleicht ist die Tendenz oder die Abweichung hin zu flachen Oberlinien dem Umstand geschuldet, dass etliche Leute den Wert und Nutzen einer Oberlinie unterschätzen oder weder verstehen, was eine korrekte Oberlinie ist und wie man diese züchterisch festigt. Vermutlich wissen sie nicht, wo die Wirbelsäule ihren allmählichen Anstieg beginnen sollte, um mit seiner Länge und Form der Wirbel gemeinsam mit der Muskulatur die dringend benötigte Lendenwölbung zu bilden – oder wie diese dann in die Kruppe übergeht. Im Wesentlichen fehlt ihnen grundlegendes Wissen darüber, dass die Oberlinie eine unabdingbare Komponenten für die Bewegung darstellt. An diesem Punkt werde ich die folgende Greyhound-Unterweisung mit Ihnen teilen. Mrs Linda Bell, ein eloquente und langjähriges Mitglied der Greyhound-Gemeinschaft seit den 1960er-Jahren, liefert uns einen Expertenkommentar über die Oberlinie des Greyhounds. Ihr Beitrag ist von signifikanter Bedeutung für den Uneingeweihten. „Wenn Sie eine ideale Oberlinie betrachten werden Sie eine gut angelegte Schulter sehen, die geschmeidig in einen vergleichsweise langen Brustkorb übergeht (den Rücken); der Schwung der Lende beginnt bei der letzten Rippe und formt einen moderaten Bogen zwischen der letzten Rippe und dem Becken. Diese Wölbung ist gleichermaßen abhängig von den Winkelungen der Schulter wie der des Beckens sowie der Knochenlänge der Ober- und Unterschenkel. Diese Schenkelknochen sollte ungefähr die selbe Länge aufweisen. Veränderungen an diesen Winkelungen und Längenverhältnissen können eine Vielzahl von fehlerhaften Oberlinien hervorrufen, von übermäßiger Wölbung und mangelnder Beweglichkeit bis hin zu flachen Oberlinien. Das zentrale Thema der Lendenwölbung ist die Beweglichkeit, die notwendig für den Sprunggalopp ist und dem Hund erlaubt, sich über dem Boden zusammen zu ziehen und sich im Sprung zu strecken. Eine extreme, unbewegliche Oberlinie gefährdet ernsthaft das Ausmaß der Streckung im Galopp. Die ideale Lende ist breit, stark und tief, was nicht nur zur Geschwindigkeit, sondern auch zur Stabilität beiträgt – dass dies sehr wichtig ist, kann man bei Wendungen beobachten. Zusammenfassend entsprechen für Perfektion in Balance und Proportionen die Winkelungen der Schulter der Länge des Rückens, der Lendenwölbung, den Winkeln der Hüfte und der Länge von Ober- und Unterschenkel. Der Greyhound Club of America (GCA) hat ein hervorragendes Büchlein herausgegeben, für das dem ehemaligen und aktuellen GCA Ausbildungs-Komitee fortgesetztes Lob gebührt: „The Greyhound, Form Follows Function“. Es beginnt an der Hinterhand und bewegt sich über den Hund nach vorne. Ich werde nicht alles wortwörtlich zitieren, trotzdem werde ich verschieden Auszüge anführen, die sich entscheidend auf das beziehen, was Mrs Bell ausgeführt hat. „In der Struktur des Greyhounds stehen die Einzelteile des Hundes derart miteinander in Verbindung, dass die Größe und Platzierung jedes einzelnen Knochens das ganze Gebäude und damit die Gesamterscheinung des Hundes beeinflusst. Die vier Hauptbestandteile der Hinterhand sind der Hüftknochen, der die Länge und die Neigung der Kruppe bestimmt, der Ober- und der Unterschenkel, die sich im Kniegelenk treffen, und das Sprunggelenk…Der Haupthebel für die Hinterhand-Aktion ist der Oberschenkel. Um den Schub aus dem Bein zu maximieren, sollte diese Knochen sehr lang sein, und als der längste der drei Hinterbeinknochen erscheinen. Der Unterschenkel trägt zur Länge des Hebels bei mit einem Scharnier im Kniegelenk und das Sprunggelenk bildet das dritte Scharnier, welches zusätzlichen Schub von der Pfote bringt…Wenn der Oberschenkel kürzer wird, ohne dass sich die Länge des Unterschenkels verändert, muss die Kruppe steiler werden, was wiederum den Winkel der Wirbelsäule verschiebt, die Lendenwölbung verstärkt und diese meist bis in den Rücken hinein verlängert. Verlängert sich der Unterschenkel, werden sowohl die Kruppe und die Oberlinie flacher, es sei denn, dies geht mit einer sehr steilen Schulter- und Oberarmwinkelung einher, was die Schulterhöhe des Hundes steigert und die Oberlinie grundsätzlich waagerecht erhält. In Begleitung eines langen Unterschenkels sehen wir meist ein offen gewinkeltes Sprunggelenk und oft Säbelbeinigkeit. Es sind viele weitere Varianten möglich, grundsätzlich aber wird jeder Veränderung in der Struktur der Hinterhand einen Einfluss auf die Umrisslinien des Hundes haben, besonders auf die Oberlinie., weshalb es wichtig ist, ein gutes Verständnis für die Oberlinie zu entwickeln. Die Lende ist ein wesentlicher Bestandteil des rennenden Hundes insofern, als sie ausreichend Länge bieten muss, um die Beugung bei der Bewegung aus der zusammengezogenen in die gestreckte Position zu ermöglichen. Die gesamte Wirbelsäule ist an dieser Bewegung beteiligt indem sie den Kopf nach oben wirft, wenn die Lende sich zusammenzieht und ihn nach vorne schiebt, wenn der Rücken gestreckt wird. Das Heben und Senken von Kopf und Hals ergänzt die Bewegung der restlichen Wirbelsäule wie Wellen, die ein Seil entlang laufen, welches schnell auf und ab bewegt wird…Um sich so bewegen zu können, muss die Wirbelsäule beweglich und sehr gut bemuskelt sein.“
undefinedDiese Auszüge aus dem Büchlein unterstreichen gemeinsam mit Mrs Bells Kommentaren verständlich die Tragweite und die Bedeutung, die Wichtigkeit und wie eine korrekte Oberlinie zustande kommt. Abbildung 8 zeigt einen Greyhound von hervorragenden Umrisslinien.

(Anmerkung der Übersetzerin: Die nachfolgenden – zugegebenermaßen ebenfalls interessanten – letzten Abschnitte beziehen sich nur noch auf den Deerhound bzw. den Barsoi und wurden daher nicht übersetzt :-)

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