The Greyhound Show

19.8.2009

Neuropathie-Gendefekt aufgeklärt!

Filed under: Gesundheit — BKM @ 15:26

Gute Nachrichten aus Bern! Dank der weltweiten Zusammenarbeit viele Züchter und Greyhoundhalter konnte der zugrundeliegende Gendefekt aufgeklärt und ein Gentest zur Identifizierung von Carriern entwickelt werden. Er steht sofort an der Vetsuisse Fakultät Bern zur Verfügung. Damit haben wir nun ein sicheres Hilfsmittel zur Hand, um die Geburt betroffener Welpen sicher zu verhindern.

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Für Gucci

der erste wissenschaftlich beschriebene Fall von Greyhound-Neuropathie und der Ausgangspunkt aller Forschung.
Die Erfüllung eines langgehegten Traums, der unverschuldet zu einem Alptraum wurde. Seine Geschichte steht beispielhaft für die anderen Leidensgenossen, für die Trauer und Verzweiflung ihrer Besitzer – gezwungen hilflos zuzusehen, wie das geliebte Familienmitglied über Monate jeden Tag ein bißchen mehr stirbt. Im Moment des Abschieds dann keine Erlösung, diese Welpen leiden nicht. Sie genießen ihr Leben auf wackeligen Beinen – die Vernunftsentscheidung der Euthanasie kommt einem Mord gleich.

Ohne Gucci hätte das Neuropathie-Projekt vermutlich nie begonnen – helfen konnte es ihm nicht.

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Goodbye little friend – we miss you deeply!

14 Comments

  1. Zitat „Sie genießen ihr Leben auf wackeligen Beinen – die Vernunftsentscheidung der Euthanasie kommt einem Mord gleich.“
    Sorry, aber nicht die Euthanasie von betroffenen Hunden ist Mord, denn dieses ist eine Erlösung für den Hund !!
    Mord ist die Verpaarung von betroffenen Trägerhunden und die Einstellung zu diesen Thema von einigen Züchtern !!
    Nun gibt es den Test und man kann nur hoffen, dass dieser in die Zuchtordnung aufgenommen wird. Gerade in der Verbindung mit dem DNA Test ist dieses ohne weiteres möglich. Ich kann nur hoffen, dass jeder Welpenkäufer solch einen Test vor dem Kauf von den Elterntiere des Welpen verlangt. Ohne diesen Test der Eltern, genau wie bei der Verpaarung mit einen betroffenen Elternteil, würde ich keinen Greyhoundwelpen mehr kaufen !

    Kommentar von Burkhard Müller / Kennel from Vugelbeerbaam — 21.8.2009 @ 15:20

  2. ok, nochmal ein Versuch, aber diesmal wirklich der allerletzte!

    Normales Gen: N
    mutiertes Gen: n
    betroffene Hunde = neuropathiekranke Welpen, Genotyp nn
    Träger = klinisch gesund, aber Genotyp Nn, d.h. sie könnten das mutierte Gen eventuell an ihre Nachkommen vererben
    Frei = klinisch gesund, Genotyp NN

    Klinisch gesunden Hunden sieht man ohne Gentest nicht an, ob sie das mutierte Gen tragen oder nicht, deshalb ist er so wichtig! Solange sichergestellt ist, daß Träger Nn nur mit freien Tieren NN verpaart werden, KANN es keine betroffenen Welpen geben, da von dem freien Elternteil ja ausschließlich ein normales Allel vererbt werden kann.

    Es wäre möglich, alle Träger auf einen Schlag aus der Zucht zu eliminieren, das wäre aus populationsgenetischer Sicht aber purer Wahnsinn, weil es zu einer extremen Einengung des Genpools führen würde – dann kann man nur warten, bis in ein paar Generationen der nächste Defekt auftaucht. Daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt absolut wichtig, auch mit Trägertieren weiterzuzüchten – mit der Einschränkung, daß sie ausschließlich mit freien TZuchtpartnern Genotyp NN verpaart werden dürfen.

    Kommentar von Barbara Keßler — 21.8.2009 @ 16:03

  3. Das ist eben der Unterschied zwischen unseren beiden Zuchtlinien, denn ich züchte nur mit klinisch gesunden Genotyp (NN) und lasse mich nicht auf Versuche ein. Schon allein ein „eventuell an die Nachkommen vererben“ ist mir ein Risiko zu viel. Lassen wir es aber die zukünftigen Welpenkäufer entscheiden und bekriegen uns nicht in einer endlosen Diskussion, denn dieses ist ein Blog und kein Forum !

    Kommentar von Burkhard Müller - Kennel from Vugelbeerbaam — 21.8.2009 @ 17:27

  4. […] versuchen Gott zu spielen. Aus diesem Grunde bitte ich die Leser meines Blogs auch einmal diesen „Link“ zu benutzen, um zu lesen die Meinungen zu diesen Thema von mir und die der Züchterin des […]

    Pingback von Neuropathie bei Greyhounds « — 22.8.2009 @ 07:08

  5. All die Mühe hat sich gelohnt! Nun hoffe ich, dass mit Hilfe möglichst vieler Züchter, das Bild eines kleinen Gucci nicht mehr auftauchen wird und jedem Welpenkäufer erspart bleibt.

    Leider ist es manchem nicht klar, dass durch eine starke Einschränkung des Genpools durch ein aus-der-Zucht-nehmen der Trägerindividuen die Selektion auf den nächsten genetischen Defekt vorprogrammiert ist. Jetzt schreien sie, sie hätten nur „freie“ Tiere, aber frei von was? Nur frei vom Neuropathie-Gen oder auch frei von all den defekten Genen, von denen keiner etwas ahnt!

    Kommentar von Jana & die Jungs — 22.8.2009 @ 08:02

  6. Ich sehe es durchaus mit gemischten Gefühlen, Trägerhunde in die Zucht zu nehmen. Die genetische Verknappung auf der einen Seite ist ein starkes Argument, ließe man sie außenvor. Andererseits: Wohin führt der Einsatz von Trägern auf Dauer? Dass Greys nach Ergebnis eines Gentests verpaart werden? Verkompliziert und verheddert man da nicht alles auf Dauer?
    Ich kann die Verpaarung mit einem Träger nur dann tolerieren, wenn es erklärtes Ziel einer solchen Verpaarung ist, mit den Jungtieren weiter zu züchten, die komplett frei von diesem Gen sind.

    Kommentar von Monika — 22.8.2009 @ 09:56

  7. Hi,

    mir ist die genetische Bandbreite der Greyzuchten nicht bekannt, somit kann ich nur etwas Allgemeingültiges schreiben.
    Es gibt freie Hunde von genetischen Defekten, Trägerhunde, die diese Weitervererben können, ohne daß der Züchter bislang wissen konnte, ob sie Trägerhunde sind oder frei, und Merkmalsträger, die den Defekt zeigen. Letztere sind ohnehin nicht zur Zucht zugelassen.
    Verpaart man freie mit Trägerhunden, sind statistisch betrachtet 1/4 des Wurfes auch Trägerhunde, 3/4 frei.
    Auf der einen Seite stehen die gesund erscheinenden Trägerhunde, auf der anderen die statistische Überzahl von gesunden. Das kann über etliche Generationen gut gehen, bis ein Trägerhund mit einem anderen Trägerhund verpaart wird, und ein oder mehrere Merkmalsträger neben Trägerhunden und freien geboren werden.
    Ist nun der Genpool zu klein, kann ich verstehen, wenn Züchter freie Hunde mit Trägerhunden verpaaren und auch die Logik dahinter sehen.
    Aber ich verstehe auch absolut, wenn Züchter diese Vorgehensweise für sich ablehnen, denn niemand hat das Recht, vorsätzlich kranke Hunde zu züchten, weder darf man das einem Geschöpf antun, welches – geboren – ein Recht auf ein gesundes artgerechtes Leben hat, noch dem künftigen Besitzer, der sein Tier liebt und es doch früh gehen lassen muß.
    Das ist eine Gewissensfrage, die sich mir Gott sei Dank nicht stellt.
    Aber, wenn Trägerhunde über DNA identifiziert werden können, so ist damit den Züchtern ein gro0ßartiges Instrument in die Hand gegeben, was man freiwillig und ohne wieder nach neuen Regularien schreiend, anwenden soll. Ich sehe das als eine moralische Verpflichtung.

    Tschüß
    Ariane

    Kommentar von Ariane Failer — 22.8.2009 @ 10:51

  8. Na ja, verpaart man einen Träger mit einem Nicht-Träger, gibt es 50% neue Träger, rein statistisch. Je nachdem also eine sinnlose Vermehrung von mehr und mehr Gendefektträgern. Die Frage ist doch, wie weit der Defekt in der Rasse verbreitet ist. Wenn eine Zucht mit Trägern zu einem vermehrten Aufkommen neuer Träger führt, was bei einer geringen Zahl betroffener Tiere leicht geschehen kann, mag der Schuß sehr heftig nach hinten los gehen.

    Kommentar von Monika — 22.8.2009 @ 13:19

  9. Das langfristige Ziel ist natürlich, die Defektmutation innerhalb von mehreren Generationen nach und nach zurückzudrängen. Die Analyse des bisherigen Probenmaterials läßt aber leider befürchten, daß der Anteil von Trägern außerordentlich hoch sein könnte – wenn wir die alle sofort zum jetzigen Zeitpunkt aus der Zucht schmeißen, schütten wir das Kind mit dem Bade aus. Wir würden einen gigantischen genetischen Engpaß provozieren, der das Risiko der Anreicherung anderer Krankheiten in der Population in unverantwortliche Höhen treiben würde. Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, Zuchttiere nur noch auf die einzige Eigenschaft „neuropathiefrei oder nicht“ zu reduzieren. Niemand ist gezwungen, Trägertiere in die Zucht zu nehmen, das kann jeder Züchter frei für sich entscheiden – ob die Hunde aus neuropathiefreien Verpaarungen automatisch „genetisch gesünder“ sind, muß erstmal bewiesen werden. Die Behauptung einer „genetisch gesunden Linie“ kann jeder schnell aufstellen, aber womit ist das belegt? Es gibt auch noch andere Krankheiten als Neuropathie…

    Kommentar von Barbara Keßler — 22.8.2009 @ 13:40

  10. Liebe Leser,
    als Neuling auf dem Gebiet der Greyhoundzucht und Haltung ( seid ca 7 Jahren ) bin ich entsetzt über das Verhalten und die zum Teil nicht angebrachten Äußerungen, besonders eines Herren! Wie kann man einen Menschen in Kritik stellen, der wahrscheinlich mehr um eine Lösung zum Problem Neuropathie beigetragen hat,als oben Besagter? Es fällt mir immer wieder auf, das gerade hier eine unehrenhafte Haltung zu Tage kommt und das Leid, das dort erfahren wurde, für seine eigene Werbung mißbraucht wird.Nein Danke! Meine erste Wahl wird weiterhin ein Greyhound aus einem Kennel sein, in dem mit den Gefahren und Risiken bewußt UND ehrlich verfahren wird …Ich danke Barbara Kessler und ihrem Gucci, das sie verstanden haben ihr Leid in Glück umzuwandeln…..Glück, an dem wir jetzt ALLE teilhaben und es sinnvoll nutzen sollten…. Denn die Zucht dieser besonderen Hunde verlangt besondere Menschen!..

    Kommentar von Cordelia — 22.8.2009 @ 15:38

  11. Wenn es so verbreitet ist, sieht es allerdings anders aus – dann möchte ich sofort mal für den Mut und die Tatkraft danken, das Problem zu lösen, anstatt auszuschweigen!

    Kommentar von Monika — 22.8.2009 @ 20:17

  12. Wir freuen uns sehr über diesen großartigen Erfolg!

    Dank des unermüdlichen Engagements von Frau Dr. Barbara Kessler ist es nun möglich diese Erkrankung züchterisch auszuschalten.

    Wir kennen keinen Züchter, welcher absichtlich kranke Hunde

    für die Zucht eingesetzt hat. Alle hatten und haben immer nur ein Zuchtziel, – die Rasse gesund und dem Standard entsprechend zu erhalten und zu bewahren.

    Denn reinerbig blond und blauäugig hat schon einmal ein Herr H. versucht und ist damit,

    und wie wir alle wissen zum Wohle der Menschheit, gescheitert.

    Vielfalt bei den Greyhounds zu erhalten, und mit Bedacht und dem verfügbaren Wissen zu

    züchten ist sicherlich jetzt und in Zukunft zusätzlich durch diesen DNA-Test gegeben.

    Wieso versuchen jetzt Einige diesen großen kynologische Forschungserfolg zu zerreißen?

    Wir sollten alle froh und glücklich sein, das durch diesen Test diese furchtbare Erkrankung nicht wissentlich entstehen muss.

    Also, unser Appell: Vernunft ist gefragt, weder „politische“ Lager und schon gar nicht populistisches Halbwissen.

    Kommentar von Fritzens — 22.8.2009 @ 21:21

  13. Die Kommentarliste wird an dieser Stelle geschlossen. Wir bitten den Kennel vom Vugelbeerbaam seine kruden Vertuschungstheorien an anderer Stelle zu diskutieren!

    Kommentar von BKM — 22.8.2009 @ 21:24

  14. Ein grandioser Erfolg!

    Auch andere Hunderassen profitieren von einer DNA-Analyse, als Beispiel kann ich den Bedlington Terrier ansprechen.

    Dieser Test ist/war ein Riesenfortschritt für die Rasse,um die Kupferspeicher zu erkennen.
    Wären alle Trägetiere aus der Zucht genommen worden, wäre es allerdings
    ein Rückschritt;)
    Besonnener Umgang mit Zuchttieren,deren Nachkommen und Wissen um gewisse Zusamenhänge erleichtern vieles und bieten so eine breite Möglichkeit eine Hunderasse auf stabile Beine zu stellen.

    Kommentar von Meike — 24.8.2009 @ 12:18

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