The Greyhound Show

17.11.2017

Inzucht-Koeffizient vs. Genetische Diversität beim Greyhound

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 12:04

For English version please click here!

Im Juni haben wir den MyDogDNA-Test vorgestellt1, der inzwischen auch für einige Greyhounds aus deutscher Zucht vorliegt. Außerdem haben wir eine Übersicht über den Inzuchtgrad in der deutschen Greyhound-Zucht gegeben2, woran sich eine Empfehlung anschloss, auch Werkzeuge zur Feststellung der tatsächlichen genetischen Diversität zu nutzen. Auf dieser Grundlage ist es interessant, inwieweit der errechnete Inzuchtgrad mit der genetischen Varianz übereinstimmt. Die Werte, die wir vergleichen wollen, sind folgende:

  • Inzucht-Koeffizient über sieben Generationen3
  • Ahnenverlust über sieben Generationen 4
  • Genetic Diversity5: Diese wird beim MyDogDNA-Test anhand von mehr als 5000 Markern (SNP genannt) ermittelt, die über die ganzen 39 Chromosomen-Paare verstreut liegen und die einen definierten Abstand zueinander haben. Besonders berücksichtigt wird dabei die Region auf Chromosom 12, wo Gene für die immunologisch wichtige Funktionen (DLA & MHC) liegen. An dieser Untersuchung kann man den Grad der Heterozygosität ablesen, also in welchem Verhältnis der jeweilige Hund gleiche oder unterschiedliche Allele (Erbinformationen) für ein Merkmal von Mutter und Vater geerbt hat. Hat ein Hund viele gleiche (homzygote) Allele geerbt und nur wenige unterschiedliche, bekommt er einen geringen Wert für Genetic Diversity zugewiesen. Hat er viele unterschiedliche Gene geerbt, einen hohen. Ein Hund mit einem großen Anteil homozygoter Gene weist zwar eine hohe Übereinstimmung zwischen Aussehen und vererbbaren Eigenschaften auf, läuft aber Gefahr, weniger vital und anpassungsfähig zu sein. Eine (zu) geringe genetische Diversität bei bestimmten Genorten soll u.a. das Auftreten von Allergien und Autoimmunerkrankungen beim Hund begünstigen.

In der MyDogDNA-Datenbank liegen Werte für Genetic Diversity von über 20000 Hunden im Bereich von  4 – 50 % vor, die Gruppe der mehr als 100 getesteten Greyhounds bewegt sich um einen Median von 31,7 % herum:

Hier einer der betrachteten Hunde im Vergleich zu allen getesteten Greyhounds (blaue Linie), im Vergleich zu allen in der Datenbank vorhandenen kurzhaarigen Windhunden (grüne Linie, Median 33,8 %) und im Vergleich zu allen in der Datenbank erfassten Hunden (orange Linie, Median 34,8 %).

 

 

 

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25.10.2017

Inzucht und Wein

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 14:13

…sind sicher ein Gesprächsthema und ein Getränk, mit dem sich Greyhound-Freunde prima den einen oder anderen Abend vertreiben können. Es ist aber auch der Inhalt eines Vortrags, den die polnische Biologin Natalia Bialokoz bereits im Jahr 2008 auf dem Whippet Congress in Schweden gehalten hat. Und der sehr gut erklärt, was es mit dem Inzuchtgrad in der Rassehundezucht auf sich hat, und warum man ihn beachten sollte. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin, hier geht’s zum englischen Original-Text.

Am Rande des Aussterbens – Gorillas, Blauwale und….Whippets?
Wenn man an einige bekannte gefährdete Arten denkt – wie den Berggorilla mit nur noch 720 lebenden Exemplaren weltweit, den Sibirischen Tiger mit nur noch um die 500 Tieren oder den Blauwal mit ungefähr 5000 Vertretern – mag man es erstaunlich finden, dass diese Populationsgrößen nicht ausreichen, das Überleben dieser Arten zu sichern.
Unglücklicherweise entspricht das aber der Wahrheit – sie befinden sich am Rande des Aussterbens. Wie viele Einzeltiere gebraucht werden, um das Überleben einer Art zu sichern, hängt von vielen Faktoren ab: Umwelt, durchschnittliche Lebenserwartung, Reproduktions- und Generations-Intervalle, Anzahl der Nachkommen bei einer Trächtigkeit und etlichem mehr.
Wir sind jedoch in der Lage, mit Hilfe einer ausgeklügelten Software die niedrigste Anzahl von Individuen zu bestimmt, die das Überleben einer betrachteten Population gewährleisten können. Das wird in der Genetik „kleinste überlebensfähige Population“ (MVP) genannt.
Die genauen Zahlen unterscheiden sich je nach Art, aber eine grobe Schätzung für Säugetiere liegt bei 4000 Individuen.
Wenn eine Population weniger Einzeltiere als diese Anzahl aufweist, können wir sie als gefährdet einstufen und wissen, dass sie zum Überleben Hilfe brauchen wird.
Sehr viele Rassen sind so selten, dass wir sie mit Sicherheit vom genetischen Standpunkt aus als „vom Aussterben bedroht“ betrachten können. „Aber das betrifft doch sicherlich nicht die Whippets!“könnte jetzt jemand einwenden. „Worüber sprechen wir hier? Sind Whippets nicht viel zahlreicher vertreten? Wir haben doch viele tausend Rassevertreter auf der ganzen Welt!“
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13.9.2017

Rückbiss beim Greyhound – was wurde eigentlich….

…daraus?

Aus dem Protokoll des DWZRV-Greyhoundsmeetings 2013:
„Herr Dr. Reiner Beuing, Institut für Tierzucht und angewandte Genetik, Gießen, stellt in seinem Vortrag heraus, dass die kausalen Faktoren für einen Rückbiß typisch auf der DNA-Ebene auszumachen sind. Erkenntnisse hierzu liegen für die Rasse Greyhound allerdings nicht vor.
Die Größe der Zähne im Unterkiefer bzw. Erkrankungen oder Fehlernährungen führen in der Regel nicht zu einem Rückbiß.
Beste Erkenntnisse über das Vorkommen können in erster Linie bereits bei der Wurfabnahme der Welpen, evtl. noch bei einer „Nachzuchtkontrolle“ gewonnen werden.
Herr Dr. Beuing verweist auf die Erstellung/Erarbeitung eines Zuchtplanes als Strategiekonzept. Im Rahmen dessen vergleicht er die Zuchtwertschätzung versus GGW (Geschätzte Genotyp-Wahrscheinlichkeit).
Als Fazit fordert er umfassende Transparenz, demnach ein frühzeitiges anonymisiertes Festhalten der Krankheitsbilder / Fehlbildungen, um entsprechend züchterisch gegensteuern zu können.
Hierin sieht er eine der wichtigen Aufgaben der neuen Zuchtleiterin im DWZRV.“

Die Folien zum Vortrag gibt es hier.

11.9.2017

3rd IFPD Health Workshop – Breed-Specific Health Strategies

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 19:48

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Breed-Specific Health Strategies“ mit greyhoundspezifischem Fokus gibt es in der aktuellen Ausgabe von „Unsere Windhunde“. Den Artikel können Sie hier auf Deutsch lesen.
Für unsere internationale Leserschaft gibt es den Artikel nachfolgend auf English:
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31.8.2017

Greyhound Neuropathy – what lessons to learn?

Filed under: Gesundheit,Literaturtip,Standesamt — admin @ 20:03


Foto: Sari Rantanen
Auf dem Greyhound World Congress in Oslo hat Dr. Barbara Kessler einen vielbeachteten Vortrag über die Lehren gehalten, die die Greyhoundzüchter aus der Entdeckung und Bekämpfung des Gen-Defekts Greyhound-Neuropathie gezogen haben. Ernüchterndes Fazit: Eigentlich keine…Um die Präsentation zum Vortrag anzusehen, klicken Sie hier.

14.8.2017

The „Classic Greyhound“ – has he remained unchanged?

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Literaturtip — admin @ 20:30

Auf vielfachen Wunsch haben wir den Artikel „Der klassische Greyhound – hat er sich unverändert erhalten?“ von Dr. Barbara Kessler (Rumford) nun ins Englische übersetzt:

With good reason we are proud to have one of the world’s oldest breeds at our side – the Greyhound is not only a dog breed, but also a cultural asset, immortalized on numerous pieces of art since ancient times. Especially as amateur breeders, who have taken it upon ourselves to safeguard this cultural asset, we have the responsibility to preserve the Greyhound as it was meant to be. But: what is the “classic” Greyhound? Was there ever “the” Greyhound after all?
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17.7.2017

Horizontale Pedigrees

Filed under: Gesundheit,Literaturtip,Standesamt — admin @ 14:59


Ein weiterer Beitrag aus dem interessanten Themenheft „Zucht“, welches der DWZRV im Februar herausgebracht hat, beschäftigt sich mit dem Thema „Horizontale Pedigrees“. Was das ist, und wie man damit als Züchter arbeiten sollte, lesen Sie hier.

30.6.2017

Artgerechte Bewegung

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 07:11

Ein insbesondere bei Irish Wolfhound-Freunden gut bekannter Artikel von Mrs Florence Nagle spricht einige grundlegende Prinzipien der Zucht und Haltung von Hunden an, die auch fast fünfzig Jahre später nichts an Gültigkeit eingebüßt haben. Und die man ohne weiteres auch auf unsere Greyhounds übertragen kann.
Interessant ist die Betonung der Bedeutung der freien, ausgiebigen Bewegung für die korrekte Entwicklung von Gebäude und Gliedmaßen – insbesondere in der Gegenüberstellung zur linearen Bewegung, also langsames Gehen, oder das Laufen neben dem Fahrrad oder gar Auto. Nach Mrs Nagles Beobachtung ist das freie Spiel und Galoppieren unabdingbar, um bei Junghunden die Entwicklung der Unterschenkel-Muskulatur und damit einer stabilen, parallelen Hinterhand zu fördern. Hinzu kommt aus heutiger Sicht ein zweiter Aspekt: Prof. Dr. Martin S. Fischer („Hunde in Bewegung“) hat nachgewiesen, dass freies Toben und Spielen essenziell für eine optimale Nährstoffversorgung im Gelenkknorpel ist und damit einen wichtigen Faktor zum Erhalt der Gelenksgesundheit darstellt. Wie kommt das? Die Knorpelsubstanz ist nicht durchblutet, sie „wird durch Diffusion ernährt, wie ein Schwamm, den man drücken muss, bevor er sich maximal mit Wasser vollsaugt. Ein gesunder Knorpel braucht Belastung, nur dann wird er auch ernährt“, so Fischer. Fischer konnte eindrucksvoll belegen, dass bei linearen Bewegungsabläufen (angeleinte Spaziergänge, Führarbeit bei Blindenhunden, Training am Fahrrad oder auf dem Laufband) nur begrenzte Anteile der Knorpelflächen beansprucht und damit auch versorgt wurden. Dies führte bei solcherart einseitig trainierten Hunden zum verfrühten Verlust an Knorpelsubstanz, damit auch zu Osteoarthrose und den damit verbundenen Symptomen wie Lahmheit und Bewegungseinschränkungen. Fischers Plädoyer zielte daher eindeutig auf Bewegungsvielfalt ab, wie sie nur beim freien Laufen und Spielen auftritt. Auch Hundesportarten wie Agility (wo etliche Lateralbewegungen und Sprünge ausgeführt werden) oder Lure Coursing verlangen dem Hund sein komplettes Bewegungsspektrum an und können – mit Bedacht und in Maßen betrieben – einen Beitrag zur langfristigen Gelenksgesundheit leisten.
Also beides Gründe, unseren Greyhounds regelmäßig und häufig die freie Bewegung zu ermöglichen, die sie so lieben (und vielleicht auch ab und zu mal eine Runde im Coursingfeld?). Leinenspaziergänge, Laufen am Fahrrad, auf dem Laufband oder auf der Rennbahn können dagegen das Training bestenfalls ergänzen, sind aber nicht als ausschließliche Form der körperlichen Ertüchtigung geeignet.
   
Nachfolgend nun die Übersetzung des Artikels (Original: MRS NAGLE ON BREEDING, EXERCISING AND HANDLING):
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15.3.2017

Traue keiner Statistik…

…die Du nicht selbst frisiert hast! Nein, hier geht es nicht um die überaus wichtige Greyhound-Ausstellungsrangliste, sondern um die „Population analysis of the Greyhound breed“ des britischen Kennel Clubs.
Grundlage der Analyse sind die alle dem Kennel Club für diese Rasse erfassten Pedigree-Daten, und die Statistiken wurden für die Jahrgänge 1980-2014 berechnet.
Da sieht auf den ersten Blick alles tipptopp aus – Ergebnisse, von den andere Rassen (wie z.B. die Whippets) nur träumen können:
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1.3.2017

„Unsere Windhunde“ – Themenheft „Zucht“

Ein interessantes Themenheft „Zucht“ hat der DWZRV im Februar veröffentlicht. Die Initiatorinnen der „Greyhoundshow“ haben auch Artikel beigetragen, die wir nun hier veröffentlichen werden.

Heute fangen wir an mit „Neuorientierung in der Rassehundezucht“ von Dr. Barbara Kessler an, der für unsere Greyhound eine besondere Relevanz – oder soll man besser „Brisanz“ sagen? – hat. Viel Freude beim Lesen!

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