The Greyhound Show

27.7.2018

“Pet genomics medicine runs wild”…

Filed under: Gesundheit,Literaturtip — admin @ 09:09

…ist der Titel eines Artikels im Magazin “Nature”, der aktuell für Furore unter den Hundezüchtern sorgt (in etwa: “Genomische Tiermedizin außer Rand und Band”). In dem Bericht geht es um Auswüchse genetischer Tests bei Hunden, wo die Testergebnisse als Grundlage für (an sich unnötige) Behandlung, weiterführende Untersuchungen oder gar Euthanasie herangezogen werden. Das ist natürlich nicht gerechtfertigt und schießt weit über das Ziel hinaus. Die Autoren finden Gentests bei Hunden aber per se sinnvoll, um einerseits das Verständnis für und die Bekämpfung von bei Hunden weit verbreiteten Erbkrankheiten voranzutreiben. Andererseits können Hunde in vielen Fällen als Modell für ähnliche Defekte bei Menschen dienen, so dass die Erforschung des Hunde-Genoms gleichzeitig auch das Wissen über menschliche Aberrationen erweitern kann.

Um dies zu gewährleisten müssten fünf Punkte erfüllt sein:
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12.6.2018

Update: Inzucht-Koeffizient vs. Genetische Diversität beim Greyhound

Da seit der Veröffentlichung dieses Artikels vor einem halben Jahr ein paar neue Datensätze von getesteten Greyhounds bei MyDogDNA veröffentlicht wurden, war es Zeit für eine Überarbeitung.

As some more Greyhounds were tested at MyDogDNA since we published this article half a year ago, it was time for an update.
Please find the English translation here.

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7.6.2018

A key genetic innovation in dogs: diet

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 08:50

Eine sehr interessante Studie über die Fähigkeit zur Stärkeverdauung zeigt auf, dass diese Eigenschaft bei Hunden je nach Herkunft unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
Untersucht wurde das AMY2B-Gen, welches für die Herstellung des Pankreas-Enzyms Amylase (notwendig für die Stärkeverdauung) zuständig ist. Während Wölfe, Kojoten und Schakale lediglich zwei Kopien dieses Gens aufweisen, haben Haushunde mehrere Kopien dieses Gens, in manchen Fällen mehr als zwanzig Stück. Das nennt man „Kopienzahlvariation“, und es bewirkt in diesem Fall, dass Hunde mit mehr Kopien auch mehr Amylase produzieren.
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13.5.2018

“Managing Breeds for a secure Future”

Filed under: Literaturtip,Standesamt — admin @ 17:18

In der aktuellen Ausgabe von “Unsere Windhunde” wird ein Buch vorgestellt, welches wir uns unter dem Kopfkissen eines jeden Greyhound-Züchters wünschen würden. Hier können Sie die Buchbesprechung als PDF herunterladen.

Managing Breeds for a Secure Future (English Version)

Filed under: Literaturtip — admin @ 16:57

Book review
„Managing Breeds for a Secure Future: Strategies for Breeders and Breed Associations“
by D. Phillip Sponenberg, Jeannette Beranger and Alison Martin

„That is where breed politics get into the picture, and breed politics frequently do not have an answer in biology.”
This quote sums up why „Managing Breeds“ is so important. Talking to Sighthound breeders about breed specific challenges concerning health and population genetics, you often encounter lack of understanding when you explain solutions based on (also in other kinds of livestock) proven breeding procedures and strategies.
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2.3.2018

Merging pedigree databases

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 10:05

Einen spannenden Artikel gibt es in der April-Ausgabe 2017 des “Journal of Animal Breeding and Genetics”: Merging pedigree databases to describe and compare mating practices and gene flow between pedigree dogs in France, Sweden and the UK.
Dieser beschreibt den Versuch, die Zuchtbuch-Daten für die vier Rassen Bullmastiff, English Setter, Berner Sennenhund und Labrador Retriever aus Frankreich, Schweden und Großbritannien zusammenzuführen und auszuwerten. Die Ergebnisse sind ermutigend:
„Es ist möglich, Zuchtbuch-Datenbanken über Ländergrenzen hinweg zusammenzuführen und Zucht-Praktiken sowie den Genfluss messbar zu machen. Die Kenntnis über die Abstammungen verbesserte sich, nachdem die Pedigrees der vier betrachteten Hunderassen zusammengeführt wurden.“

„Während der betrachteten Zeitspanne wurde die Verpaarungen zwischen engen Verwandten, was in Form des Anteils an ingezogenen Individuen gemessen wurde (wobei nur zwei Generationen des Abstammung berücksichtigt wurden) weniger oder blieben auf dem gleichen Niveau, außer bei den Labrador Retrievern in Frankreich.“

„Zudem konnte eine klare Tendenz aufgezeigt werden, dass mit der Zeit ein größerer Austausch an Genmaterial zwischen den Ländern stattfand. Noch wichtiger: das Potenzial zur Verbesserung genetischer Diversität innerhalb der einzelnen Rassen durch den Austausch von Zuchttieren über Ländergrenzen hinweg konnte anhand einer gesteigerten Effektiven Populationsgröße durch den Zusammenschluss der einzelnen Länder-Populationen bestätigt werden.“

Diese Ergebnisse stimmen in der Tat hoffnungsvoll – genau das ist der Weg, den wir zukünftig mit unseren (Show-)Greyhounds beschreiten müssen. Vielleicht kann der nächste Greyhound World Congress dazu die notwendigen Impulse geben?

31.1.2018

Proceedings 1. Greyhound World Congress

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 10:53

Eine Zusammenfassung der Vorträge des 1. Greyhound World Congress, der vom 5. August – 27. August 2017 in Moss, Norwegen stattfand, ist nun veröffentlicht worden. Danke an alle Beteiligten, und insbesondere an Lise Olesen für die Organisation und Anna Szabo für das gelungene Layout! Nachfolgend die einzelnen Seiten, die durch Anklicken vergrößert dargestellt werden können:

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10.12.2017

Geschenke für Greyhoundfreunde

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Literaturtip,Shoppingtips — admin @ 13:40

Eigentlich sind Greyhound-Fans sehr leicht zu beschenken, nach dem 3., 4. oder 5. Greyhound wird es allerdings etwas eng auf der Couch. Daher hier ein paar Alternativen:

Zum Lesen:

  • Sollte in keinem Züchter-Haushalt fehlen, hat aber auch dem “normalen” Greyhound-Halter eine Menge zu bieten:
    “Rassehundezucht: Genetik für Züchter und Halter” von Irene Sommerfeld-Stur
  • Wer den Blick über die eigene Zuchtstätte hinaus heben möchte, ist hiermit gut beraten:
    “Managing Breeds for a Secure Future: Strategies for Breeders and Breed Associations” von von D. Phillip Sponenberg,‎ Alison Martin & Jeannette Beranger
  • Leider noch nicht erschienen, klingt aber ziemlich verheißungsvoll: “The Greyhound & the Hare” is a history of the greyhound in sport. It chronicles the story of this beautiful breed from the origin of coursing to the introduction of track racing. It will tell the story of the legendary greyhounds, the famous owners, and the great events. Lavishly illustrated, it will be a monument of this great breed to treasure.”
    “The Greyhound and the hare” von Charles Blanning


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17.11.2017

Inzucht-Koeffizient vs. Genetische Diversität beim Greyhound

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 12:04

For English version please click here!

Im Juni haben wir den MyDogDNA-Test vorgestellt1, der inzwischen auch für einige Greyhounds aus deutscher Zucht vorliegt. Außerdem haben wir eine Übersicht über den Inzuchtgrad in der deutschen Greyhound-Zucht gegeben2, woran sich eine Empfehlung anschloss, auch Werkzeuge zur Feststellung der tatsächlichen genetischen Diversität zu nutzen. Auf dieser Grundlage ist es interessant, inwieweit der errechnete Inzuchtgrad mit der genetischen Varianz übereinstimmt. Die Werte, die wir vergleichen wollen, sind folgende:

  • Inzucht-Koeffizient über sieben Generationen3
  • Ahnenverlust über sieben Generationen 4
  • Genetic Diversity5: Diese wird beim MyDogDNA-Test anhand von mehr als 5000 Markern (SNP genannt) ermittelt, die über die ganzen 39 Chromosomen-Paare verstreut liegen und die einen definierten Abstand zueinander haben. Besonders berücksichtigt wird dabei die Region auf Chromosom 12, wo Gene für die immunologisch wichtige Funktionen (DLA & MHC) liegen. An dieser Untersuchung kann man den Grad der Heterozygosität ablesen, also in welchem Verhältnis der jeweilige Hund gleiche oder unterschiedliche Allele (Erbinformationen) für ein Merkmal von Mutter und Vater geerbt hat. Hat ein Hund viele gleiche (homzygote) Allele geerbt und nur wenige unterschiedliche, bekommt er einen geringen Wert für Genetic Diversity zugewiesen. Hat er viele unterschiedliche Gene geerbt, einen hohen. Ein Hund mit einem großen Anteil homozygoter Gene weist zwar eine hohe Übereinstimmung zwischen Aussehen und vererbbaren Eigenschaften auf, läuft aber Gefahr, weniger vital und anpassungsfähig zu sein. Eine (zu) geringe genetische Diversität bei bestimmten Genorten soll u.a. das Auftreten von Allergien und Autoimmunerkrankungen beim Hund begünstigen.

In der MyDogDNA-Datenbank liegen Werte für Genetic Diversity von über 20000 Hunden im Bereich von  4 – 50 % vor, die Gruppe der mehr als 100 getesteten Greyhounds bewegt sich um einen Median von 31,7 % herum:

Hier einer der betrachteten Hunde im Vergleich zu allen getesteten Greyhounds (blaue Linie), im Vergleich zu allen in der Datenbank vorhandenen kurzhaarigen Windhunden (grüne Linie, Median 33,8 %) und im Vergleich zu allen in der Datenbank erfassten Hunden (orange Linie, Median 34,8 %).

 

 

 

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25.10.2017

Inzucht und Wein

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 14:13

…sind sicher ein Gesprächsthema und ein Getränk, mit dem sich Greyhound-Freunde prima den einen oder anderen Abend vertreiben können. Es ist aber auch der Inhalt eines Vortrags, den die polnische Biologin Natalia Bialokoz bereits im Jahr 2008 auf dem Whippet Congress in Schweden gehalten hat. Und der sehr gut erklärt, was es mit dem Inzuchtgrad in der Rassehundezucht auf sich hat, und warum man ihn beachten sollte. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin, hier geht’s zum englischen Original-Text.

Am Rande des Aussterbens – Gorillas, Blauwale und….Whippets?
Wenn man an einige bekannte gefährdete Arten denkt – wie den Berggorilla mit nur noch 720 lebenden Exemplaren weltweit, den Sibirischen Tiger mit nur noch um die 500 Tieren oder den Blauwal mit ungefähr 5000 Vertretern – mag man es erstaunlich finden, dass diese Populationsgrößen nicht ausreichen, das Überleben dieser Arten zu sichern.
Unglücklicherweise entspricht das aber der Wahrheit – sie befinden sich am Rande des Aussterbens. Wie viele Einzeltiere gebraucht werden, um das Überleben einer Art zu sichern, hängt von vielen Faktoren ab: Umwelt, durchschnittliche Lebenserwartung, Reproduktions- und Generations-Intervalle, Anzahl der Nachkommen bei einer Trächtigkeit und etlichem mehr.
Wir sind jedoch in der Lage, mit Hilfe einer ausgeklügelten Software die niedrigste Anzahl von Individuen zu bestimmt, die das Überleben einer betrachteten Population gewährleisten können. Das wird in der Genetik „kleinste überlebensfähige Population“ (MVP) genannt.
Die genauen Zahlen unterscheiden sich je nach Art, aber eine grobe Schätzung für Säugetiere liegt bei 4000 Individuen.
Wenn eine Population weniger Einzeltiere als diese Anzahl aufweist, können wir sie als gefährdet einstufen und wissen, dass sie zum Überleben Hilfe brauchen wird.
Sehr viele Rassen sind so selten, dass wir sie mit Sicherheit vom genetischen Standpunkt aus als „vom Aussterben bedroht“ betrachten können. „Aber das betrifft doch sicherlich nicht die Whippets!“könnte jetzt jemand einwenden. „Worüber sprechen wir hier? Sind Whippets nicht viel zahlreicher vertreten? Wir haben doch viele tausend Rassevertreter auf der ganzen Welt!“
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