The Greyhound Show

21.3.2019

Neues zum Thema “Dornwarzen”

Filed under: Gesundheit,Literaturtip — admin @ 12:14

Das Thema “Dornwarzen” betrifft etliche Greyhounds, insbesondere aus Rennlinien. Bei der aktuellen Gesundheitsumfrage sind bis jetzt 141 vollständig ausgefüllt Fragebögen eingegangen – für 20 Hunde (also immerhin knapp 15 %) wird ein Auftreten von Dornwarzen („Corns“) beschrieben.
Anlass genug, sich neuesten Entwicklungen bei der Therapie dieses Problems zu widmen. Bisher gab es verschiedene Behandlungsansätze, z.B. chirurgische Entfernung bzw. Verringerung durch Abfeilen oder „Auspulen“ der Warzen, Austrocknen der „Corns“ durch Lotionen oder Abkleben bis hin zu drastischen Maßnahmen wie Amputation des betroffenen Zehenglieds oder des gesamten Zehs.
Eine verhältnismäßig neue Idee ist die sogenannte „Flexor-Tenotomie“, also die chirurgische Durchtrennung der oberflächlichen und tiefen Beugesehne des betroffenen Zehs. Diese Maßnahme nimmt unmittelbar die Last vom jeweiligen Zehenballen, und der Zeh wird durch die Wirkung der Strecksehne auf der Oberseite des Zehs leicht angehoben. Ziel ist es, dass damit die (Fehl-)Belastung des Ballens soweit reduziert wird, dass die Dornwarze nach einiger Zeit verschwindet. Bei Belastung erscheint der Zeh flacher als die benachbarten Zehen, und die Kralle steht etwas weiter nach vorne heraus.

Bisher wurden im Rahmen einer US-amerikanischen Studie 29 Hunde mit 36 Corns auf diese Weise behandelt:
8 Whippets, 17 Ex-Renngreys, 3 aktive Renngreys und 1 Lurcher.
Drei dieser Hunde zeigten auch nach der Operation noch Lahmheiten, bei zweien fehlte jedoch an der betroffenen Pfote bereits ein anderer Zeh und der dritte hatte eine Fehlstellung am betreffenden Fuß aufgrund eines schief verheilten Knochenbruchs.
Die restlichen 26 Hunde zeigten nach sieben Tagen eine mäßige (3) bzw. eine deutliche (23) Verbesserung hinsichtlich Lahmheit und Allgemeinzustand.
Nach sechs bis acht Wochen wurde eine weitere Nachuntersuchung von 21 Hunden mit ursprünglich 26 Dornwarzen vorgenommen. Davon zeigten vier Hunde eine leichte Lahmheit, die restlichen 17 keinerlei Lahmheitsanzeichen mehr. Alle Halter waren ausgesprochen zufrieden mit dem Ergebnis, die Hunde wurden als wesentlich fröhlicher und bewegungsfreudiger wahrgenommen. Alle Dornwarzen waren zu diesem Zeitpunkt verschwunden.
Ein aktiver Renn-Greyhound mit beidseitigem Dornwarzen-Befall an den Vordergliedmaßen kehrte 25 Tage nach der Operation auf die Bahn zurück und lief wieder sehr erfolgreich.
Insgesamt macht diese Studie bestimmt dem einen oder anderen verzweifelten Halter Mut, es mit dieser neuen Methode zu probieren. „Corns“ schränken die Lebensqualität unserer Greyhounds enorm ein, und es wäre wünschenswert, wenn man das Problem so in den Griff bekommen könnte.
Beobachtungen an Windhunden, die im Alter durch Kapsel- oder Sehnenverletzungen solche „platten“ Zehen entwickeln zeigen, dass die Hunde mit diesen sehr gut klarkommen. Als Halter sollte man natürlich besonderes Augenmerk auf die Pflege der Krallen, Ballen und Zwischenzehenräume an den entsprechenden Stellen legen. Aber dann ist eine solche Fehlstellung nur mehr ein kosmetisches Problem, und für den Hund wesentlich besser zu kompensieren als der dauerhafte Druckschmerz durch eine Dornwarze.

Hier geht’s zum englischsprachigen Original-Artikel mit etlichen Abbildungen.

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