The Greyhound Show

31.7.2018

Hundstage…

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit — admin @ 15:14

Die Greyhoundhilfe Deutschland e.V. verteilt gerade folgende Warnung im Netz:
“W A R N U N G  W A R N U N G
Bitte bei diesem Wetter unsere irischen Greyhounds körperlich so gut wie gar nicht bewegen. Diese Temperaturen sind sie nicht im mindesten gewöhnt. Wenn ganz früh morgends oder spät abends, wenig Freilauf, kein Spielen mit anderen Hunden. Bei über 30 Grad besteht auch ohne körperliche Überanstrengung die große Gefahr einer Greyhoundsperre !!!!! ….. kann auch an der Leine passieren.
Elektrolytpulver immer ins Trinkwasser!!

Was ist von dieser Warnung / Empfehlung zu halten?

Also, „Greyhoundsperre“ gibt es wirklich – dabei handelt es sich um eine Belastungs- Rhabdomyolyse. Am häufigsten betroffen sind die „Sprinter“ unter den Windhunden, als Greyhound, Whippet und „Galgoroide“. Das heißt aber nicht, dass sie bei anderen (Windhund-)Rassen gar nicht auftritt.
Kurz gesagt handelt es sich um eine „Überflutung“ der Muskulatur mit Lactat (Milchsäure), welche nicht hinreichend schnell und vollständig neutralisiert werden kann. Dadurch kommt es zum Einstrom von Flüssigkeit in die Muskelzellen, welche daraufhin kaputtgehen und Myoglobin und Elektrolyte freisetzen. Diese müssen dann über die Niere ausgefiltert und ausgeschieden werden, was dann letztere mal schnell überlasten kann. Außerdem drücken die geschwollenen Muskelpakete auf die kleinen Gefäße, und verlangsamen so den Abtransport des „Abfalls“ aus den kaputten Muskelzellen. Betroffene Hunde haben auffällig geschwollene Muskeln (besonders am Rücken), sind druckempfindlich und stehen meist auch aufgekrümmt.
Die prädisponierenden Faktoren sind vielfältig: untrainierter Hund wird auf die Bahn gestellt oder büchst aus und hetzt Wild, Hund spult sich im Umfeld eines Trainings oder Wettkampfs selbst so hoch, dass er über einen längeren Zeitraum hechelt, bellt und sabbert, oder der Hund leidet an einem alimentär- oder krankheitsbedingtem Kaliummangel.
Normale Belastung mit Sinn und Verstand bei diesen Temperaturen finde ich aber eher förderlich als kontraproduktiv. Denn die Gefahr einer Greyhoundsperre nimmt mit zunehmendem Trainingszustand ab, weil die Pufferkapazität in der Muskulatur aufgebaut wird. Mit den Ex-Racern ist das so eine Sache, die werden hierzulande häufig komplett in Watte gepackt und nur am dreifach gesicherten Geschirr mehrmals am Tag um den Block geführt. Am Wochenende fahren die Halter dann in den „Windhund-Auslauf“, und da darf der Hund dann „mal so richtig Gas geben“. Schon das überstehen manche nicht.
Dass aber irische Ex-Racer grundsätzlich nicht in der Lage sind, sich an die hiesigen Temperaturen anzupassen, ist Quatsch. Sollte der Hund nicht vorgestern erst aus dem „Rescue-Taxi“ gestiegen sein, hat er sich genauso an den „neuen deutschen Sommer“ gewöhnt wie unsere anderen Hunde auch. Wenn die Hunde das nicht könnten, warum wurden dann immer wieder Greyhounds von Irland nach Australien exportiert und laufen dort erfolgreich Rennen?
Und den Tipp mit den Elektrolyten im Trinkwasser finde ich schwierig. Oft werden ja Produkte für Menschen oder Pferde verabreicht, die einen hohen Natriumgehalt aufweisen. Den brauchen aber nur „schwitzende Tiere“, und der Hund schwitzt nicht. Eine hohe Natriumzufuhr bedingt aber eine geringere Aufnahme von Kalium, und das erhöht dann eher das Risiko einer Sperre.
Meine Empfehlung wäre: Hirn einschalten und untrainierte Greyhounds eben dann bewegen, wenn es kühler ist. Bei “Couchpotatoes” darauf achten, dass sie eben auch nicht ausgerechnet jetzt irgendeinem Wild nachsetzen. Wichtig: diese Hunde dann eben auch nicht angeleint mit zum Sommerfest schlörren, wo sie dann in der Hitze oder vor Aufregungen stundenlang vor sich hin hecheln. Gesunde, fitte Hunde können ganz normal behandelt werden – eben der Hitze angepasste Bewegungszeiten, kühle Ruhezonen, schauen, ob sie genug trinken. Bezüglich der Ernährung würde ich mir den Kalium- und Natriumgehalt der aktuellen Ration anschauen, und vielleicht mal ein Kartöffelchen mehr in den Napf tun. Außerdem vielleicht das Trinkwasser „pimpen“, damit der Hund zuverlässig säuft. Das war’s aber auch schon.

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