The Greyhound Show

27.7.2018

“Pet genomics medicine runs wild”…

Filed under: Gesundheit,Literaturtip — admin @ 09:09

…ist der Titel eines Artikels im Magazin “Nature”, der aktuell für Furore unter den Hundezüchtern sorgt (in etwa: “Genomische Tiermedizin außer Rand und Band”). In dem Bericht geht es um Auswüchse genetischer Tests bei Hunden, wo die Testergebnisse als Grundlage für (an sich unnötige) Behandlung, weiterführende Untersuchungen oder gar Euthanasie herangezogen werden. Das ist natürlich nicht gerechtfertigt und schießt weit über das Ziel hinaus. Die Autoren finden Gentests bei Hunden aber per se sinnvoll, um einerseits das Verständnis für und die Bekämpfung von bei Hunden weit verbreiteten Erbkrankheiten voranzutreiben. Andererseits können Hunde in vielen Fällen als Modell für ähnliche Defekte bei Menschen dienen, so dass die Erforschung des Hunde-Genoms gleichzeitig auch das Wissen über menschliche Aberrationen erweitern kann.

Um dies zu gewährleisten müssten fünf Punkte erfüllt sein:

  • Standards hinsichtlich der Testverfahren und –berichte
  • Richtlinien für Labors, wie die Standards umzusetzen sind
  • Datenaustausch (anonymisiert), um tatsächlich globalen Wissenszuwachs zu ermöglichen
  • Gewinnung von Fachpersonal und entsprechenden Werkzeugen, um die riesigen Datenmengen zu managen und auszuwerten
  • Ausbildung von Ratgebern, um die Hundehalter kompetent zur Anwendung von Gentest bei Hunden zu beraten

Dieser Artikel haut genau in die Kerbe, die die IPFD seit Anfang des Jahres mit ihrer „Initiative zur Harmonisierung von Genstests für Hunde“ (HGTD) zu beseitigen versucht. Gemeinsam mit einer beeindruckenden Anzahl von Dachverbänden, Universitäten, Tierärzten, Industrievertretern, Tierschutzorganisationen und Testlabors wurde diezugehörige Internet-Plattform ins Leben gerufen. Dort können interessierte Hundehalter, Tierärzte und Forscher nicht nur nachschauen, welcher Test für welche Hunderassen sinnvoll sein könnte und welches Labor ihn anbietet, sondern sich auch zu den jeweiligen Tests die wissenschaftlichen Grundlagen herunterladen.
In dem „Nature“-Artikel wird zwar nach einer übergeordneten gesetzliche Kontrolle verlangt, solche (internationalen) Regelungen sind aber noch lange nicht in Sicht. Und anstatt zu darauf warten, dass sich etwas ändern, haben etliche Interessenvertreter es selbst in die Hand genommen. Die auf der Plattform aufgeführten Labors werden nur aufgenommen, wenn sie freiwillig Informationen über ihre „Qualität“ (Fachpersonal, Expertise, Akkreditierung, Bearbeitung der Proben, Beratungsangebot etc.).
Die HGTD steckt natürlich noch in den Kinderschuhen, und es ist noch viel Arbeit auf dem Weg hin zur „bombensicheren, standardisierten genomischen Tiermedizin“. Aber es ist ein Anfang, und es ist erfreulich, dass Genoscoper als Anbieter von MyDogDNA (dem Test, dem auch schon einige deutsche Greyhounds unterzogen wurden) ein Partner der HGTD ist.
Hier geht’s zur Stellungnahme der IPFD.

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