The Greyhound Show

12.7.2018

Klappern gehört zum Handwerk

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Standesamt — admin @ 10:00

Unterhält man sich mit (angehenden) Greyhound-Züchtern, kommt früher oder später die Sprache auf die Schwierigkeit, passende Menschen für die gezüchteten Welpen zu finden. Oft spielt dieser Faktor eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob man überhaupt den geplanten Wurf macht, oder es lieber sein lässt. Manchmal werden wir auch um Unterstützung gebeten, ob wir nicht einen Wurf auf der Greyhoundshow bewerben könnten, weil mit acht Wochen noch fünf von sieben Welpen keinen festen Interessenten haben. Wer dann seine Welpen beispielsweise auf Online-Marktplätzen wie „Deine Tierwelt“ inseriert, um ggfs. Käufer aus „Nicht-Insider-Kreisen“ anzulocken, wird oft genug mit Naserümpfen und Unverständnis seitens der Züchterkollegen bedacht.
Wie macht man es aber nun richtig? Aktuell gibt es dazu ein tolles Beispiel. In Österreich erblickte vor sechs Wochen bei Dr. Barbara Koller der Katatjuta’s B-Wurf das Licht der Welt. Nun wurden die Welpen der Online-Gemeinde auf der Züchter-Homepage vorgestellt.

Warum ist dieses Beispiel so werbewirksam? Dafür gibt es eine Menge Gründe:

  • Jeder Welpe wird einzeln portraitiert, als Individuum in Wort und Bild vorgestellt.
  • Dabei geht es in der Beschreibung nicht vorrangig um dessen körperliche Vorzüge und spätere „Karrierechancen“, sondern um typische Verhaltensweisen und den Charakter des Hundekinds.
  • Von jedem Welpen gibt es mehrere Fotos – teilweise mehr oder weniger perfekte Standfotos, teilweise Kopfstudien –, so dass man sich einen guten Eindruck von Farbe, Gebäude und Ausdruck des Hundes machen kann.
  • Garniert wird das Ganze mit ein paar Fotos und Anmerkungen zum „Making of“, die dem geneigten Leser einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Man merkt: Auch wenn Aufzucht und Welpen-Begutachtung hier mit großer Sachkunde und Sorgfalt betrieben werden, geht die Züchterin mit viel Humor und Liebe zu ihren Welpen zu Werke. Da mag ein Welpe mal nicht ordentlich stehen, guckt dafür aber besonders süß, ein anderer bekommt aufgrund eines besonderen Abzeichens den Name „Flasche“ verpasst – dieser Bericht macht gute Laune!
  • Der Artikel ist kein Facebook-Fotoalbum, sondern steht auf der Webseite der Züchterin. Das bietet einerseits den Vorteil, dass er auch mit Menschen außerhalb von Facebook geteilt werden kann (die soll es noch geben!). Andererseits ist der Beitrag noch viele Jahre aufzufinden. Darüber freuen sich die Käufer, die sich vielleicht in ein paar Jahren noch einmal wohlig an die Welpenzeit erinnern möchte. Und es wirkt äußerst ansprechend auf Interessenten, die auf der Seite vorbeischauen, weil sie sich eventuell eines Tages auch einen Greyhound anschaffen möchten.

Die Welpen sind übrigens alle bereits vergeben – diese Vorstellung wäre also aus „Verkaufsgründen“ gar nicht mehr nötig gewesen. Dass die Nachfrage nach den Welpen so groß ist, liegt vermutlich nicht daran, dass die Welpen die ganz großen Erfolge auf der Rennbahn oder im Showring erwarten lassen. Sondern eher daran, dass die Züchterin es verstanden hat, ihre eigene „Marktlücke“ zu schaffen und erfolgreich auszufüllen. Dafür ist wesentlich mehr nötig als ab und an ein gut gestalteter Artikel auf der Webseite – die Mischung macht’s. Dazu gehört regelmäßige Kontaktpflege off- wie online in Form von Treffen, Spaziergängen, aber auch Ausstellungs- oder Rennteilnahmen. Dazu gehören die netten Fotos zwischendurch auf Facebook genauso wie die wohlgestalteten Artikel auf der Webseite. Dazu gehört die Wertschätzung für jeden der gezüchteten Hunde (egal, worin dessen „Erfolge“ bestehen) und ihre Menschen. Und das „Herzblut“, dass bei all‘ dem unverkennbar mitschwingt.
So entsteht der Eindruck, dass es sich bei den „Katatjuta’s“ um weit mehr handelt, als um eine Greyhound-Zuchtstätte. Es ist vielmehr eine Art Familie gewachsen, und jemand, der dort einen Welpen erhält, fühlt sich geehrt und aufgenommen.
Nun werden einige einwenden, dass sicher die meisten Greyhound-Züchter mit genauso viel Herzblut dabei sind und auch all‘ diese Dinge tun. Sie besitzen aber vielleicht nicht die Gewandtheit im Umgang mit Kamera, Wort und Technik wie Barbara Koller. Dem kann man abhelfen, und sich Unterstützung suchen. Es gibt inzwischen viele Windhundler, die in Zeiten der Digitalkamera zu sehr versierten Hundefotografen geworden sind und sicher gerne zu einem netten Welpen-Shooting vorbeischauen.
Nur: man muss es machen! Zu einem solchen Artikel gehört neben dem Fotografieren das Aussortieren und Beschneiden der Bilder, diese in eine nette Reihenfolge bringen, sich passenden Text dazu ausdenken, schreiben, korrigieren, das Ganze online stellen…
Und dazu bedarf es einer Eigenschaft, nämlich Fleiß. „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt…“ – das gilt hier wie überall im Leben. Und dann klappt’s auch mit dem Welpen-Platzieren!

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