The Greyhound Show

7.6.2018

A key genetic innovation in dogs: diet

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Literaturtip — admin @ 08:50

Eine sehr interessante Studie über die Fähigkeit zur Stärkeverdauung zeigt auf, dass diese Eigenschaft bei Hunden je nach Herkunft unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
Untersucht wurde das AMY2B-Gen, welches für die Herstellung des Pankreas-Enzyms Amylase (notwendig für die Stärkeverdauung) zuständig ist. Während Wölfe, Kojoten und Schakale lediglich zwei Kopien dieses Gens aufweisen, haben Haushunde mehrere Kopien dieses Gens, in manchen Fällen mehr als zwanzig Stück. Das nennt man „Kopienzahlvariation“, und es bewirkt in diesem Fall, dass Hunde mit mehr Kopien auch mehr Amylase produzieren.

Hunderassen, die aus Regionen stammen, wo Ackerbau möglich und üblich ist, weisen meist eine solche Vielzahl von Kopien auf, Hunde aus kargen Regionen haben dagegen nur wenige Kopien dieses Gens. Das betrifft dann z.B. Rassen wie Husky, Samojede oder Grönlandhund, die aus Gegenden stammen, wo keine Landwirtschaft betrieben wird, und auch die Kost der menschlichen Bewohner überwiegend aus Fleisch und Fisch besteht. Umgekehrt haben unsere „mitteleuropäischen“ Hunderassen wie Deutscher Schäferhund, Border Collie, Rottweiler, Greyhound und Whippet zwölf und mehr Ausführungen dieses Gens. Die höchste Anzahl von Kopien finden wir beim Tazi, einem Windhund aus der mittelasiatischen Steppe.
Interessant ist, dass unsere Windhunde (genannt sind außer dem Whippet auch Galgo, Greyhound, Saluki und Sloughi) jeweils auch in der Gruppe mit etlichen Kopien rangieren. Lediglich der Saluki findet sich in der unteren Hällfte, hat dafür aber bei den Individuen die breiteste Streuung aller Rassen: von weniger als fünf bis zu mehr als fünfzehn Kopien!
Was kann man daraus ableiten?

  1. Greyhounds haben eine bessere Fähigkeit zur Stärkeverdauung als ihre wildlebenden Verwandten.
  2. Diese Fähigkeit differiert bei anderen Rassen nach ihrem ursprünglichem Verbreitungsgebiet, was bei der Fütterung entsprechend berücksichtigt werden sollte.
  3. Eine stärkearme bzw. stärkefreie Ernährung von Greyhounds macht überhaupt keinen Sinn – der Wolf kann hier nicht als Rollenmodell für die Ernährung unserer Haushunde dienen.

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