The Greyhound Show

25.5.2018

Zeig’ her Deine Zähne!

Im Rahmen der Verhaltensüberprüfung zur Zuchtzulassung, aber auch bei manchen Ausstellungs-Richtern hört der Hundehalter die Aufforderung: “Zeigen Sie mir bitte die Zähne Ihres Hundes!”. Die Reaktionen der Aussteller darauf sind unterschiedlich: Einige scheinen sichtlich erleichtert, dass der Prüfer nicht selbst im Maul des Hundes herumfuhrwerken möchte, einige zeigen routiniert, dass sie das mit ihrem Hund natürlich geübt haben (meistens geben diese Hundehalter noch ein kurzes Hörzeichen wie “Zähne” oder “Lach’ mal!”), andere wiederum werden von diesem Wunsch erstaunlicherweise verunsichert.
Oft kommt auch die Antwort: “Da können Sie auch selbst gucken!”. Was meistens vom Hundehalter als Hinweis gemeint ist, dass der Hund gutartig und so erzogen sei, dass er sich die Zahnkontrolle auch von einem fremden Menschen gelassen gefallen liesse. Manchmal kommt aber noch der gemurmelte Halbsatz “Ich weiß doch gar nicht, wie das geht…”, und dann sieht man häufig so etwas:
 

Je nach Gestimmtheit des Hundes artet das dann noch in eine Art Ringkampf aus, insbesondere, wenn der Vorführer sonst auch keinerlei Körperkontakt zum Hund hält. Dem Beurteiler hilft das wenig, denn so sieht er nicht wirklich das, was er sehen möchte. Bisweilen gibt es auch Zuchtrichter, die selbst dem Hund beim Zähnegucken bis in den Rachen schauen wollen, aber das ist weder hundefreundlich, noch erforderlich.

Dabei ist das richtige Zeigen des Gebisses kein Hexenwerk, wenn man es vorher ein paarmal geübt hat. Als Erstes möchte der Richter den Zahnschluss beurteilen (also ob der Hund ein Scheren- oder Zangengebiss hat, oder ob es Abweichungen wie Kreuz-, Rück- oder Vorbiss gibt):

Hier sieht man deutlich, wie locker die Finger der Vorführerin sind, so dass die Lefzen des Hundes nur leicht “angelupft” werden. Der Hund bleibt entspannt.

Anschließend zeigt man jede Seite so, dass der Richter das Vorhandensein (oder die Abwesenheit) einzelner Zähne beurteilen kann:

Wenn sich – wie in diesem Fall – die Zunge des Hundes über die unteren Prämolaren legt, wird der Richter sie kurz beiseite schieben und erkennt alles, was er sehen möchte. Anschließend kommt die andere Seite dran, und schon ist die Gebisskontrolle absolviert.

Noch ein Tipp für etwas unsichere Halter oder Hunde: Wenn man den Daumen der Hand, die für den Unterkiefer “zuständig” ist, unter das Halsband “hakt”, hat man eine sehr gute Kontrolle über den gesamten Hund. Er kann dann nämlich weder mit dem Kopf zur Seite schlagen, noch nach hinten ausweichen.

Bei größeren Hunden kann man sich zusätzlich breibeinig über ihren Rücken stellen, das gibt weitere Sicherheit (es impliziert selbstverständlich nicht, dass man sich den Hund “ordentlich zwischen die Schenkel klemmen” soll ;-) ). Bei anderen Rassen erfolgt die Zahnkontrolle routinemäßig beim sitzenden Hund, auch das ist möglich, wenngleich bei Windhunden nicht sehr verbreitet.

Die Zahnkontrolle ist eine wichtige Übung für jeden Hund, selbst wenn er weder in die Zucht noch auf Ausstellungen gehen soll. Nehmen Sie sich daher die Zeit, dies zu üben – Sie erleichtern sich, Ihrem Greyhound und Ihrem Tierarzt das Leben enorm.

Vielen Dank an das Kamerakind Sandra Biesenbach

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