The Greyhound Show

23.2.2018

DWZRV-Jahreshauptversammmlung 2018…

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit,Standesamt — admin @ 19:57

…Gedanken zu den Anträgen 24 und 27

Der Informationsgehalt des DWZRV-Zuchtbuchs ist trotz inzwischen aufwändiger Gestaltung in Hinblick auf züchterisch relevante Daten eher überschaubar.
Ein Antrag an die Jahreshauptversammlung trachtet danach, diesen Zustand zu ändern, und beispielsweise anlässlich der Wurfabnahme ermittelte anatomische Abweichungen bei den jeweiligen Eintragungen zu vermerken:

Antrag 24
Die JHV möge beschließen, dass in zukünftigen Ausgaben des Deutschen Windhund-Zuchtbuchs bei der Wurfabnahme erhobene Abweichungen wie Rückbiss, Nabelbruch, Rutenanomalie und Kryptorchismus veröffentlicht werden. Möglichkeiten dazu bietet das bereits im DWZRV verwendete, „Filemaker“-basierte Zuchtbuchprogramm, aus dem auch die Auszüge für das Deutsche Windhund-Zuchtbuch erstellt werden.
Begründung: Der DWZRV hat sich selbst u.a. der „Zucht erbgesunder…..Rassehunde“ verschrieben. Immer wieder auch bei Windhunden auftretende Abweichungen wie Rückbiss, Nabelbruch, Rutenanomalie und Kryptorchismus sprechen jedoch nicht für die geforderte „Erbgesundheit“, weshalb die Analyse und ggfs. züchterische Bekämpfung dieser Abweichungen mit der Zielsetzung des DWZRV in Einklang steht. Die diesbezüglichen Daten werden bei den im DWZRV vorgeschriebenen Wurfabnahmen erhoben, aber bisher weder veröffentlicht, noch wissenschaftlich aufbereitet und ausgewertet. Um den Züchtern des DWZRV eine bessere Grundlage für zukünftige Zuchtentscheidungen zu bieten sowie die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Bearbeitung dieser Daten bereitzustellen, stellt die digitale Erfassung eine zeitgemäße Grundvoraussetzung dar.

Damit in Zusammenhang steht auch
Antrag 27
Die JHV möge beschließen, dass bei der Wurfabnahme durch den Zuchtwart zusätzlich für jeden Welpen ein Formular ausgefüllt wird, das auch dem zukünftigen Käufer ausgehändigt werden kann.
Begründung: Dies gewährleistet eine ausführlichere Begutachtung des einzelnen Welpen zum Zeitpunkt der Wurfabnahme.

Das sind beides richtige und wichtige Schritte hin zur dringend benötigten größeren Transparenz im Zuchtwesen – im Fall von Antrag 24 für die Züchter, im Fall von Antrag 27 für die Welpenkäufer.
Allerdings regt sich gegen diese Anträge bereits im Vorfeld Widerstand, man befürchtet persönliche Nachteile, Verletzung von Datenschutz-Vorgaben oder Stigmatisierung einzelner Hunde ohne Chance zur Rehabilitierung.
Diese Einwände sollten auf sachlicher Basis leicht zu entkräften sein. So ist beispielsweise ein Hund keine „natürliche Person“ im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes.
Auch wird genau solch eine Veröffentlichung in anderen VDH-Rassezuchtvereinen teilweise bereits seit Jahrzehnten praktiziert. Hier ein wenig Anschauungsmaterial, wie das Thema von anderen Zuchtverbänden gehandhabt wird. Nachfolgend ein paar Zuchtbuch-Auszüge aus einem anderen VDH-Mitgliedsverein (zum Vergrößern bitte Anklicken):


Nun urteilen Sie selbst – wären solchen Informationen nicht von enormem Wert für jeden gewissenhaften Züchter? Und da diese Daten ja für jeden im DWZRV gefallenen Wurf erhoben werden – hielte sich der „Schaden“ nicht in Grenzen? Positiver Nebeneffekt: Für jeden Hund, der bei Wurfabnahme ohne besonderen Befund ist, ist das hier „schwarz auf weiß“ vermerkt. Natürlich gibt es auch komplette Würfe ohne einen einzigen „Mangel“:

Werden solche Daten in der Breite erfasst und veröffentlicht, kann sich auch die Angst davor, “die ganze Rasse krank und schlecht geredet zu bekommen”, schnell beruhigen. Denn durch transparente Zuchtbücher sollte nach einiger Zeit deutlich werden, dass die große Mehrzahl der Hunde “nachweislich” keine Abweichungen bei der Wurfabnahme aufweist. Damit käme man weg vom „Bauchgefühl“, dass dem so sei, und angekommen bei „Zahlen, Daten und Fakten“.
Auch der Einwand der „permanenten Stigmatisierung“ hält einer Prüfung nicht stand. In dem zweiten Ausschnitt finden wir beispielsweise einen Rüden, der im Welpenalter als „Einhoder“ gekennzeichnet wurde, bei einer Schwester wurde der Verdacht auf Rutenanomalie geäußert. Beide Hunde haben aber auch das Kürzel „JB“ in ihrem Eintrag stehen, was bedeutet, dass beide eine Jugendbeurteilung bestanden haben. Dies wäre weder mit einer manifesten Rutenanomlie, noch mit Einhodigkeit möglich gewesen. Beide Fehler haben sich also „verwachsen“, und somit sind die Hunde im Auge des kundigen Betrachters voll “rehabilitiert”.
Andere Hunde – wie der Rüde mit dem nicht zulässigen Kehlfleck aus dem ersten Ausschnitt oder der Welpe mit dem Rückbiss aus dem dritten Beispiel – werden sich nicht mehr “rehabilitieren”. Aber selbst wenn sie als Familienhund verkauft und nie mehr „offiziell“ in Erscheinung treten, erhalten interessierte Mitglieder diese Information. Um es den Züchtern leicht zu machen, ein solches Zuchtbuch wirklich als das Arbeitsmaterial zu nutzen, das es eigentlich sein sollte, ist beispielsweise auch eine Auflistung der zur Erzeugung des betrachteten Jahrgänge eingesetzten Deckrüden enthalten. So kann der Interessent schnell sehen, welche Würfe mit welchen Resultaten ein ins Auge gefasste Rüde hervorgebracht hat:

Zudem sollte man eines nicht vergessen: Die Mehrheit der Welpenkäufer sind ganz normale Familienhund-Halter. Sie werden in den seltensten Fällen vor der Anschaffung eines Windhunds zunächst die Zuchtbücher vorangegangener Generationen wälzen. Die Sorge, solcherlei Einträge könnten – im Falle eines vorangegangenen „Pech-Wurfs“ (den jeder Züchter ja irgendwann einmal in seiner Züchterkarriere auch bei sorgfältigster Zuchtwahl einmal haben wird) – potenzielle Welpeninteressenten von zukünftigen Würfen fern halten, ist somit unbegründet. Und dass ein seriöser Züchter seine Kunden vor dem Verkauf auf mögliche Besonderheiten des Hundes hinweist, gebietet nicht nur der Anstand, sondern sorgt auch späterer Mängelhaftung vor.

Es wäre daher sehr erfreulich, wenn diesen Anträgen stattgegeben würde, und damit das Attribut „Zucht im DWZRV“ ein weiteres Qualitätskriterium erhielte.

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