The Greyhound Show

6.10.2017

New neurological problem in Greyhounds

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Gesundheit — admin @ 17:00

Nachdem die in Showlinien verbreitete Greyhound-Neuropathie (eine erbliche Mutation des NDRG1-Gens) vor einigen Jahren dank eines inzwischen weltweit verfügbaren Gentests erfolgreich züchterisch bekämpft werden konnte, scheint es nun ein weiteres neurologisches Problem bei unserer Rasse zu geben. Dieses scheint in Zusammenhang mit abnormalen Flüssigkeitsansammlungen entweder im Bereich des Hirnstammes oder aber des Rückenmarks zu stehen. Nachdem die bisher bekannten Fälle in enger familiärer Beziehung zueinander stehen, scheint es geboten, von einem erblichen Defekt auszugehen.

Gemeinsam mit Dr. Barbara Kessler vom Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie der LMU München und Prof. Dr. Kaspar Matiasek vom Institut für Tierpathologie der LMU München möchten wir der Sache auf den Grund gehen und veröffentlichen daher den nebenstehenden Aufruf (durch Anklicken können Sie das PDF herunterladen). Nachfolgend ein Video eines betroffenen Hundes und eine Übersetzung des Texts auf Deutsch:

Liebe Greyhoundzüchter und -liebhaber,
in letzter Zeit sind einige Fälle von neurologischen Ausfallserscheinungen bei Greyhounds aufgetaucht, bei denen sich die betroffenen Tiere anfallsweise mit den Hinterbeinen kratzen, sich in die eigenen Vordergliedmaßen beißen und in einigen Fällen auch Muskelschwäche und Ataxie zeigten. Alle waren waren mit dem Befund „frei“ auf Greyhound-Neuropathie getestet.
Interessanterweise konnte bei allen diesen Hunden abnorme Flüssigkeitsansammlungen im Zentralen Nervensystem entdeckt werden, entweder durch Kernspintomographie oder Autopsie. In einigen Fällen befand sich die Flüssigkeit in der Gegend des Hirnstamms und der Medulla, in anderen trat sie in Form subarachnoidaler Zysten (flüssigkeitsgefüllte Bläschen zwischen Rückenmark und Rückenmarkshaut) im Bereich der Halswirbelsäule auf. Die unterschiedliche Lokalisation der Zysten könnte die teilweise unterschiedlichen neurologischen Symptome erklären.
Aufgrund der Schwere der Symptome und des Mangels an einer geeigneten Therapie, wurden die meisten Hunde nach der Diagnose einschläfert.

Jeder Fall für sich genommen würde nicht unbedingt den Verdacht auf ein erblich bedingtes Problem lenken. Was aber Besorgnis erregen sollte, ist die enge Verwandschaft der bisher fünf bekannt gewordenen Fälle. Zwei sind Wurfgeschwister, ein weiterer stammt von einem Halbbruder dieser beiden Hunde ab, und die beiden anderen sind eng verwandt zur Mutter von letzterem. Das ist definitiv zu deutlich, um Zufall zu sein!
Im Moment befinden wir uns noch in der Phase der Datenerhebung, es ist viel zu früh, um über einen möglichen Erbgang zu spekulieren. Deswegen bitten wir um Hilfe und weitere Informationen. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie einen Greyhound besitzen, besessen oder gezüchtet haben, der die oben beschriebenen Symptome gezeigt hat, oder wenn Sie einen Greyhound haben / hatten, bei dem Zysten im Gehirn oder Rückemark gefunden wurden. Jede Information zur Diagnose (MRT) oder Autopsie-Ergebnisse wären ebenfalls von großem Wert.
Unglücklicherweise sind inzwischen vier der fünf bekannten Fälle euthanasiert worden. Da eine detaillierte neuro-pathologische Untersuchung der Veränderungen von größter Wichtigkeit für die weitere Einordnung der Erkrankung wären, bitten wir Sie inständig, uns zu kontaktieren, wenn Sie einen betroffenen Greyhound haben, der noch am Leben ist.
Eine fachgerechte Präparation der Gewebeproben ist Voraussetzung für diese Untersuchung, und möglicherweise kann nicht jede Tierklinik dies leisten. Wir können Ihnen geeignete Kooperationspartner in fast jedem europäischem Land und in den Vereinigten Staaten benennen.
Wenn der Verdacht auf eine genetische Ursache sich erhärtet, wäre die Entwicklung eines Gentests äußerst wünschenswert. Wie beim Neuropathie-Projekt bräuchten wir so viele DNA-Proben wie möglich von betroffenen Hunden, ihren Wurfgeschwistern, ihren Eltern sowie weiteren eng verwandten Hunden. Absolute Diskretion wird garantiert.
Wenn wir die Informationen teilen und jetzt beginnen, Proben zu sammeln, können wir hoffentlich verhindern, dass sich wieder ein Defektgen weit in der Population ausbreitet!

Dr. Barbara Kessler, Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie der LMU München
, Hackerstr. 27, 85764 Oberschleissheim

Prof. Dr. Kaspar Matiasek, 
Institut für Tierpathologie der LMU München,  Veterinaerstr. 13
, 80539 Munich

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

Powered by WordPress