The Greyhound Show

4.10.2017

Schön und klug – ein Showgrey auf der Schweißfährte

Filed under: Auf den Greyhound gekommen,Erfolgreiche Greyhounds — admin @ 15:37


Man muss kein brillanter Kynologe sein, um zu vermuten, dass die Ausbildung zur Schweißarbeit bei Greyhounds eine gewisse Herausforderung darstellt. Ihre natürliche Ausstattung beinhaltet Sprinterqualitäten und scharfe Sicht, aber während des Fährtens sollen sie ruhig und leise arbeiten, und ihre Nase zum Schnüffeln und Sammeln von „Geruchsbildern“ verwenden. Anderen Menschen, Hunden, Vögeln oder sonstigen Tieren, denen sie während der Fährtenarbeit begegnen, sollen sie keine Aufmerksamkeit schenken.
Vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal mit meiner „Prada“ die Schweißarbeit ausprobiert, und ich muss sagen, wir hatten während der ersten Monate jede Menge zu lachen. Unsere Planung und unsere Trainingsmethode sind oft etwas unorthodox, verglichen mit anderen Rassen, die mehr natürlichen Instinkt für diese Aufgabe mitbringen.

Während der Arbeit tragen die Hunde ein Geschirr und eine acht Meter lange Leine. Der Hundeführer soll mindestens vier bis fünf Meter hinter seinem Hund laufen. Für einen jungen Grey war es durchaus ein Lernprozess, auf der Fährte im freien Feld geduldig zu bleiben, und nicht übermütig zu werden und plötzlich einen Flitzanfall zu bekommen. Mit nur leichten Korrekturen unerwünschter Verhaltensweisen und Belohnung der erwünschten wurde „Prada“ zunehmend sicherer in ihrer Arbeitsleistung. Meine Fähigkeiten als Hundeführerin, „Pradas“ Körpersprache zu lesen, ob sie auf oder neben der Spur ist, sind dagegen noch ausbaufähig…Schritt für Schritt, manchmal auch zwei Schritte vorwärts und vier zurück, bewegen wir uns durch den Lernprozess.

Eine komplette Prüfungsfährte in Norwegen ist mindestens 600 Meter lang, ein Tropfen Schweiß alle zwei Meter, mit mindestens zwei Winkeln. Zweimal ist die Fährte durch eine Strecke von zehn bis zwölf Metern unterbrochen, wo kein Schweiß auf die Spur getropft wurde. Hier soll der Hund selbstständig stöbern und die Fährte wieder aufnehmen. Das passiert einmal in einem Winkel, und einmal auf einer Geraden. Außerdem gibt es ein sogenanntes „Wundbett“ mit größeren Mengen Schweiß, welches der Hundeführer dem Richter anzeigen soll. Am Ende der Fährte legen wir einen Elchfuß oder Elchfell aus. Das ist die Belohnung für den Hund, und „Prada“ flippt jedes Mal vollkommen aus vor Freude – sie spielt und tobt mit ihrer Beute den gesamten Rückweg zum Auto. Während einer Prüfungsfährte laufen immer der Fährtenleger, der die Spur 24 Stunden vorher präpariert hat, und der Richter hinter dem Hund her.

„Prada“ hat bis jetzt zwei 1. Plätze bei lokalen Prüfungen erreicht, und braucht noch einen 1. Platz bei einer größeren Prüfung, die drei Stunden von unserer Heimat entfernt stattfindet. Die Teilnahme an diesen Wettbewerben ist ebenfalls Teil des Lernprozesses: Das Wochenende in fremder Umgebung, mit bis zu dreißig anderen Hunden, Hundeführern, Richtern und Helfern. Die Fährten-Saison ist kurz hier in Tromsø, maximal fünf Monate während der Elchjagdsaison.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, „Prada“ zum ersten Greyhound mit dem norwegischen „Schweißhund-Championat“ zu machen. Wann? Nun ja, wir haben keine Zeitbeschränkung, und wir genießen jede Trainingsstunde und unsere gemeinsame Zeit auf dem Feld. Da „Prada“ der einzige Greyhound ist, den die Richter je in dieser Sparte gesehen haben, hat sie ihre eigenen Maßstäbe gesetzt und einige Richter wissen nicht, was sie erwarten oder glauben sollen, wenn ich sie anmelde. Aber insgesamt war das für uns bisher immer positiv, und sie hat viel Aufsehen erregt.
Hunde aller Rassen können die Fährtenarbeit erlernen, aber wenn Sie sportliche Ambitionen diesbezüglich haben, empfehle ich dringend das Studium entsprechender Fachliteratur und: Seien Sie geduldig! Erwarten Sie anfangs nicht zu viel, und machen Sie einen Schritt nach dem anderen. Versuchen Sie, ein leiser Hundeführer zu sein, und vor allem das richtige Verhalten ihres Hundes positiv zu verstärken.

„Prada“ liebt ihre Arbeit und die Befriedigung, die sie daraus zieht, ist ihr deutlich anzusehen. Große Wettbewerbe mit Teilnehmern vieler unterschiedlicher (und manchmal auch wesentlich „lauterer“ Rassen) sind nach wie vor eine Herausforderung. Unsere „Prada“ mag es gerne leise, und Hunde mit ruhiger Kraft – das Gegenteil ist oft bei solchen Prüfungen anzutreffen. Also müssen wir einen Weg finden, wie sie trotz dieses Getöses bei Veranstaltungen mit bis zu vierzig Hunden noch arbeitsfähig bleibt. Diese Aufgabe ist nicht einfach, aber wir lieben die Herausforderung und genießen unsere „Arbeitszeit“….Und das Ziel steht felsenfest: Ein Championtitel, egal, wie lange es dauert.
Aber selbst, wenn wir es nie dazu bringen, wird „Prada“ immer mein „BIF“ (Best in Family)-Hund sein.
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“Pradas” offizieller Name ist
C.I.B* .FI CH.SE CH. NO CH.KBHJW-15. NOJW-15. NOW-16. VDH-BdSG-16. AD. Azravi’s Play Hide N‘ Seek
Sie wohnt in der liebevollen Obhut von Siv-Hilde und Patrick Oware in Norwegen.
Die Fotos machte Line Ingebrigtsen.

1 Kommentar »

  1. Super tolle Leistung. Ich trainiere sehr viel mit meinem Azawakh und weiß, was es heißt, einen Windhund für solche Arbeiten zu begeistern. Vor diesen Leistungen im Mensch Hund Team, ziehe ich meinen Hut. Schön, dass es Menschen gibt, die immer mal wieder zeigen, dass diese Hunde wesentlich mehr können, als nur zu hetzen. Lg Andrea

    Kommentar by Andrea — 5.10.2017 @ 03:35

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