The Greyhound Show

15.3.2017

Traue keiner Statistik…

…die Du nicht selbst frisiert hast! Nein, hier geht es nicht um die überaus wichtige Greyhound-Ausstellungsrangliste, sondern um die „Population analysis of the Greyhound breed“ des britischen Kennel Clubs.
Grundlage der Analyse sind die alle dem Kennel Club für diese Rasse erfassten Pedigree-Daten, und die Statistiken wurden für die Jahrgänge 1980-2014 berechnet.
Da sieht auf den ersten Blick alles tipptopp aus – Ergebnisse, von den andere Rassen (wie z.B. die Whippets) nur träumen können:

„Estimated effective population size = n/a
Where the rate of inbreeding is negative (implying increasing genetic diversity in the breed), effective population size is denoted ‘n/a’.“

Wow, die genetische Diversität STEIGT also gemäß dieser Studie innerhalb der Greyhound-Population!
Und:
„There appears to be evidence of only modest use of popular sires in this breed…“
Also offensichtlich von umsichtigen Züchtern alles richtig gemacht?
Leider nein, denn
a) ist die Populationsgröße vergleichsweise übersichtlich – die Registrierungen überstiegen nur ein einziges Mal in diesem Zeitraum 100 Welpen, in anderen Jahren wurden teilweise nur 19 oder 20 Welpen eingetragen,

b) erklären sich die oben erwähnten positiven Ergebnisse leider überwiegend daraus, dass auch Renngreys, die in England normalerweise nicht im Kennel Club, sondern im „Greyhound Stud Book“ eingetragen werden, auch manchmal in das Zuchtbuch des Kennel Clubs übertragen werden. Nämlich dann, wenn sie z.B. in ein FCI-Land exportiert oder dort zur Zucht eingesetzt werden sollen. So kommt es dann zu einem steten Zustrom von Einzeleintragungen von Hunden aus unterschiedlichen Würfen, die natürlich auch ganz andere Elterntiere aufweisen, als die in der eigentlichen, „kennelclubbetreuten“ Population gezüchteten Welpen. Nachdem schon der Mars-Test nahelegte, dass Renngreyhound und Showgrey zwei komplett getrennte Rassen sind, hätte man diese Besonderheit bei der Erstellung der vorliegenden Statistik berücksichtigen müssen,

und

c) wie die Verfasser der Analyse selbst schreiben: „It should be noted that, while animals imported from overseas may appear completely unrelated, this is not always the case. Often the pedigree available to the Kennel Club is limited in the number of generations, hampering the ability to detect true, albeit distant, relationships.“
Und wie wir wissen, hat es seit der Lockerung der Einfuhrbestimmung einige Importe von Showgreyhounds vorwiegend aus anderen europäischen Ländern nach England gegeben, die dort zum Teil auch schon in dem untersuchten Zeitraum Eingang in die englische Zucht gefunden haben.

Schade, leider Thema verfehlt!

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

Powered by WordPress