The Greyhound Show

9.4.2016

Interview mit Frank Sabella, 2004

Mit der Erlaubnis von Maureen Lucas kommt hier die Übersetzung eines Interviews mit Frank Sabella, welches sie 2004 führte – dessen Aussagen mehr als 10 Jahre später aber (leider) mehr Gültigkeit haben denn je. Und wir freuen uns, dass auch Frank uns seinen Segen gegeben hat:
THANK YOU BARBARA, I LIKE YOU FEEL ITS VERY GOOD. GLAD YOU DECIDED TO PUBLISH IT.
FONDLY. FRANK
Daher nun eine Menge Lesestoff, viel Spaß dabei!

Mehr bisher nicht zugängliches Material von mir in Anbetracht verschiedener aktueller Diskussionen über Greyhounds und Ausstellungshunde. Dies ist ein Interview, welches ich 2004 für ein Hundemagazin mit Frank Sabella führt, nachdem er die Greyhound Club of America Specialty gerichtet und einen jungen Hund aus den normalen Klassen zum Rassebesten gewählt hatte. Er hat so ein weitreichendes Wissen über die Rasse. Dies ist lang – Zucht, Ausstellen, Richten…aber die Querdenker da draußen werden es genießen – eine Menge Stoff zum Nachdenken!
lompoc_winner_2004
Interview mit Frank Sabella in Lompoc am 25. Juli 2004

Western Specialty – July, 23rd, 2004 in Lompoc, California
Best in Specialty Show – Helios Sun King
Owner – S. Bartel
Judge – F. Sabella

F – Kannst Du uns sagen, warum Greyhounds anscheinend so schwer zu verstehen sind – sei es für einen neuen Richter, sei es für einen neuen Interessenten, der von einer anderen Rasse kommt?

FS: Ich denke, dass es bei Greyhounds wie bei Whippets viele Missverständnisse darüber gibt, was genau ein Lendenschwung ist, und wie stark diese Wölbung korrekterweise sein sollte. Auch denke ich, dass es für die Leute schwer zu verstehen ist, dass die Ober- und Unterlinie gleichermaßen wichtig sind. Tatsächlich trägt die Unterlinie fast noch mehr zu den fließenden S-Kurven bei, die wir bei dieser Rasse sehen möchten. Und man kann einen Hund mit einer großartigen Oberlinie haben, der keine Unterlinie aufweist, und das ist nicht korrekt. Weil nur beide Linien zusammen die Umrisslinie kreiren können, die wir wünschen. Nun wird es bei Greyhounds sehr schwierig (es sei denn, Dein Auge ist schon gewöhnt, das Korrekte herauszufiltern und wiederzuerkennen) – weil bei Greyhounds weniger Hunde ausgestellt werden als beim Whippet, wo man im Ring stehen und in einer einzigen Klasse 10 verschiedene Oberlinien haben kann. Meiner Meinung nach liegt es die Fehlwahrnehmung bezüglich des Rückenschwungs darin begründet, dass die Leute nicht verstehen, dass es dabei um einen Muskel handelt, und es nicht mit der Wirbelsäule zu tun hat. Wenn man diesen Muskel entfernen würde, wäre auch kein Rückenschwung mehr da. Aber dieser ist wichtig, denn dort sitzt die Kraft, die den Hund voranbringt. Das ist eine Galopper-Rasse, offensichtlich keine Traber-Rasse. Und dieser Muskel erlaubt dem Hund, die Hinterhand unter den Rumpf zu bringen und gibt ihm dann den Schub, um sich abzudrücken. Das ist schwer zu verstehen, und die Beurteilung von Greyhounds erfordert eine Menge Übung. Übung ist aber schwierig, weil es zu wenige gute Exemplare als Anschauungsmaterial gibt. Wenn Du eine Ausstellung besuchst, kannst Du Dir normalerweise ein, zwei oder drei anschauen, und dann wirst Du auf einmal auf eine Ausstellung eingeladen wo 50 gemeldet sind, und Du bist überwältigt. Wenn Du jetzt nicht weißt, was korrekt ist, könntest Du die falschen Hunde aus an sich richtigen Gründen nach vorne stellen.

F: Wie erklärst Du Dir, dass man nie top-platzierte, erfolgreiche Champions bei Whippets oder Barsois mit flachen Oberlinien findet, das aber leicht beim Greyhound passieren kann?

FS: Ich denke, bei Greyhounds passiert es, dass man kein Bild im Kopf hat, wie sie aussehen sollten. Aus meiner persönlichen Erfahrung – und das ist alles, wovon ich sprechen kann – ist es mir egal, wie sich ein Hund bewegt, wenn er mich nicht im Stand überzeugt, weil das meine Meinung nicht mehr ändern wird. Du fängst mit Greyhounds an, und bist vielleicht ein wenig verwirrt beim Anblick Deiner Klasse, und Du kannst Dich nicht wirklich entscheiden, weil Du nicht weißt, wie die korrekten Umrisslinien aussehen sollten oder wie das Verhältnis von Beinlänge zu Körperlänge sein sollte. Dann geschieht es, dass die Leute anfangen, die Hunde im „Kommen und Gehen“ zu richten. Und das ist der größte Fehler, den man in den meisten Rassen machen kann, und es ist das einfachste Mittel, auf das man zurückgreifen kann. Ich denke, dass man manchmal einen Hund findet, der im Stand absolut beeindruckend ist, sich der Seitenbewegung wunderbar raumgreifend bewegt, aber ein wenig im Kommen und Gehen zu wünschen übrig lässt. Der Richter wird dann eher einem anderen Hund zugeneigt sein, der leicht zu verstehen ist. Letzterer wird hinten schön breit treten und schnurgerade auf ihn zukommen, und er wird vergessen, wie wichtig der Lendenschwung ist und er wird den Hund mit dem flachen Rücken herauspicken. Der beste Ausweg für einen Richter ist da Kommen und Gehen, und das, was am schwersten zu verstehen ist, ist Typ. Wenn Typ so einfach zu verstehen und zu würdigen wäre, könnte jeder in kürzester Zeit zum Allround-Richter werden. Aber herauszufinden, was eine Rasse wirklich ausmacht, und das zu verstehen und zu verinnerlichen, das ist die schwierige Aufgabe! Wie die Hunde kommen und gehen, ist fast irrelevant. Darum haben wir so viele ähnliche Hunde. Denken wir nur an die Afghanen. Es wird ein „ausgeprägter Unterkiefer“ verlangt, und trotzdem gibt es Mutiple-Best-Show-Hunde mit überhaupt keinem Unterkiefer. Es werden hervorstehende Hüfthöcker und ein tiefer Rutenansatz verlangt, und trotzdem haben wir Hunde, die nicht nur brettgerade Rücken haben, sondern sogar abfallende Rückenlinien. Und das alles darin begründet, wie sie kommen und gehen, und wie hübsch sie im Stand aussehen. Das macht es nicht richtiger, aber das ist es was passiert – und das passiert bei vielen Rassen.

F: Verwirrt es die Leute vielleicht, dass Greyhounds keine „Schema-F-Rasse“ sind? Das die Variationen innerhalb des Zulässigen so groß ist, dass man längere Exemplare sieht und kürzere…und man dann entscheiden muss, ob der Hund wirklich langgestreckt ist, oder vielleicht tatsächlich zu kurze Beine hat? Macht die Vielfalt es so schwer, die Rasse zu verstehen? Und beunruhigt es den Richtern, wenn sein BOB-Hund und sein BOS-Hund einander nicht ähnlich sehen? Was ist, wenn die beiden besten Hunde im Ring nicht zueinander passen?

FS: Natürlich. Weißt Du, jeder hofft – besonders wenn er eine Specialty richtet – sagen zu können, dass der Erst-, Zweit-, Dritt- und Viertplatzierte alle gleich aussehen. Das ist jedermanns Traum, das ist das Ideal. Aber bei manchen Rassen wird das nie der Wirklichkeit entsprechen. Bei manchen Rassen wird man Kompromisse machen müssen, besonders wenn es um die Plätze 3 und 4 geht. Man mag nur einen oder zwei herausragende Hunde haben, und das trägt zu dem Problem für viele Menschen bei, und sie verstehen nicht, dass sie sich selbst in dieser Lage befinden könnten. Man findet sich möglicherweise in einer Situation wieder, wo der ausgewählt BOB-Hund und der BOS-Hund nicht zueinander passen. Man muss verstehen, was diese Rasse ausmacht, und wie wichtig diese Aspekte sind und dass das die Punkte sind, die belohnt werden müssen.

F: Und liegt diese Aufgabe bei den Züchtern und was sie zur Ausstellung bringen, oder bei den Richtern, die die guten Exemplare erkennen und nach vorne stellen sollten, wenn sie sie sehen?

FS: Naja, natürlich würden wir liebend gerne davon ausgehen, dass alle Züchter, die zur Ausstellung kommen, dem Richter die Spitzenexemplare ihrer Zucht zur Begutachtung vorstellen. Unglücklicherweise sind nicht mehr viele Züchter übrig. Besonders bei dieser Rasse. Also fällt die Aufgabe dem Richter zu, und der Richter sollte fähig sein, den korrekten Typ bei den Hunden herauszufinden, wenn diese in den Ring kommen und aufgestellt werden. Wenn das unterbleibt, gibt es viel Gerenne, viel Im-Kreis-Gelaufe, eine Menge „Kommen und Gehen“. Und das ist für mich eine vollkommen sinnlose Übung, weil nichts dadurch erreicht wird. Wenn man es sich einfach machen will, passiert genau dies. Ich denke, es ist sehr interessant, weil die Rasse sich nicht so stark verändert hat. Ich besitze Drucke und Primitives aus dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich um dieselbe Rasse, auch wenn man sie auf Bildern mit Übertreibungen sieht, es ist dieselbe Rasse. Das ist erstaunlich. Sehen wir genug Hunde mit dem richtigen Typ im Ring? Möglicherweise nicht. Aber wir sollten uns mit unseren Platzierungen darum bemühen. Sieh mal, dass glaube ich ist es, was die Leute vergessen. Die Aufgabe eines Richters ist es nicht, Schleifen zu verteilen. Die Aufgabe eines Richters ist es zu sagen, was er meint, wie die Rasse zu einem bestimmten Zeitpunkt aussieht, wie er die Vorzüge des Hundes hervorhebt, der in seinen Augen dem Standard am nächsten kommt, und welche Fehler er nachsehen würde. Ich war sehr froh, als die die meisten der Champions auf der Specialty bewertete, die meisten Hunde hatten eher Hasen- als Katzenpfoten, und diesbezüglich bin ich sehr detailversessen. Wenn man den Greyhound-Standard liest, erhält man wenig Information. Die meisten dieser Menschen, die den Standard geschrieben haben, waren Pferdeleute oder Tierzüchter, und sie wussten, dass sie mit wenigen Worten das erwünschte Bild heraufbeschwören konnten. Es musste nicht ausführlich sein. Es musste nicht alles im Detail beschreiben, sondern einem nur das generelle Bild der Rasse vermitteln. Jedes Mal, bevor ich richte, gehe ich hin und schaue mir die alten Bilder an. Da findet man verblüffend viel Information, und die guten Exemplare sehen immer noch so aus wie auf den alten Gemälden.

F: Es ist erstaunlich, dass der Standard so kurz ist, so wenig Genauigkeit verlangt, und trotzdem die paar Dinge, die gefordert warden, die Dinge zu sein scheinen, die übersehen und vergessen werden, wie die Oberlinie und die Bemuskelung. Ist es zu viel verlangt zu hoffen, dass Richter ihr Augenmerk zunächst auf die wenigen Punkte legen, die der Standard fordert und sich erst dann mit den Details befassen?

FS: Wie bei so vielen Sachen ist es hier auch so: Wenn man nicht die Prioritäten bei einer Rasse kennt, und wie wichtig diese sind, um die Rasse zu dem zu machen, was sie ist, kann man nicht wertschätzen, was man nicht erkennt. Und das ist ein Problem, welches wir bei so vielen Rassen haben, dass es schier unglaublich ist. Und ich würde zu gerne sagen können, dass ich nach England reiste und einen wunderschönen Greyhound sah, und ich weiß, dass irgendwann einmal die allerschönsten Greyhounds aus England kamen. Unsere sind genauso gut, wenn nicht sogar besser. Ich war nicht beeindruckt, als ich die Greyhounds auf der Crufts sah. Und ich weiß, dass es dort früher die besten Züchter gab. Ich denke, die Menschen haben es verlernt. Weißt Du, Du kannst alle Kurven der Welt haben, aber wenn das mit einer Knochenstärke einher geht, dass die Leute meinen, der Hund sei aus Porzellan gefertigt, sind seine Proportionen und seine Balance aus den Fugen geraten. Balance und Proportion beziehen sich auf Länge und Höhe, und das Verhältnis der Knochensubstanz zu dieser Länge und Höhe. Wenn es also dieses Bild ergibt und Hühnerknöchelchen aufweist, fehlt die Ausgewogenheit. Das ist nicht korrekt. Du kannst diesen Hund nach vorne stellen mit der Begründung, er habe die im Standard geforderten Umrisslinien, aber er hat nicht die passende Knochenstärke. Diese Hunde wurden für eine bestimmte Aufgabe gezüchtet. Sie brauchten eine gewisse Stärke ihrer Gliedmaßen, um diese Funktion wahrzunehmen.

F: Hast Du beim Richten immer ihre ursprüngliche Funktion im Hinterkopf? Macht das einen Teil der Beurteilung aus?

FS: Teilweise denke ich daran, weil ich mich daran erinnere, dass dieser Hund einen Lendenschwung haben muss. Das trägt zu diesem Gesamtbild bei. Er braucht diesen Lendenschwung zum Galoppieren und sich mit explosionsartiger Geschwindigkeit nach vorne zu katapultieren. Also wäre mir das sehr wichtig. Außerdem braucht er die Knochensubstanz, die zu seiner Körperlänge und –höhe passt. Heutzutage sind alle Springpferde Warmblut-Pferde. Früher waren es Vollblüter. Aber Vollblüter sind zu feinknochig, die haben das nicht ausgehalten. Wenn wir diese Hunde mit nach draußen nehmen und auf dem Feld laufen ließen, und sie wären zu feinknochig, würden sie das auch nicht überstehen. Ich habe mich lange mit Stanley unterhalten und ich sagte: „Stanley, wieso kann man zur Rennbahn gehen und findet dort Hunde, die unseren Show Greyhounds so gar nicht ähnlich sehen?“ Er antwortete: „Weißt Du, was den Großteil eines Rennhundes, oder jedes Tieres, welches Rennen läuft, ausmacht? Es ist das Herz, ihr Wille, es zu tun. Daher sind sie manchmal vollkommen unkorrekt gebaut, und trotzdem sind sie in der Lage, erfolgreich zu sein.“ Form und Funktion spielen eine gewisse Rolle, aber man muss die Logik dahinter erkennen.

F: Wäre es Dir recht, ein wenig von den früheren Züchtern zu erzählen?

FS: Oh, darüber würde ich gerne sprechen, weil ich das für so wichtig halte. Greyhounds waren gesegnet mit einigen der intelligentesten, gebildetsten, kultiviertesten und wohlhabendsten Hundeleuten im Vergleich zu allen Rassen, die mir einfallen. Wenn ich mir das Buch von Sue Lackey anschaue und all‘ diese wunderbaren Leute sehe wie Mrs Anderson von Mardormere, Harry Peters…Diese Rasse war in den alten Zeiten vergleichbar mit den Drahthaar Fox Terriern. Das waren die Hunde, die regelmäßig Best in Show-Siege erringen konnten. Aber die wahre Qualität dieser Menschen lag darin, dass sie a) nicht nur in der Lage waren, eine Menge Hunde zu halten, sondern b) sich Leute leisten konnten, die klüger waren als sie und ihnen guten Rat erteilen konnten, wie man die Hunde züchterisch nutzen und etwas erreichen konnte. Schau‘ Dir die alten Bilder an, Bluebell zum Beispiel. Schau‘ Dir die Hunde an, die Barbara Wilton-Clark züchtete. Spode beispielsweise, war ein Stück Spode (Anm. der Übersetzerin: Hersteller feinen Porzellans)! So etwas haben wir heute nicht mehr. Glücklicherweise haben wir immer noch einige engagierte Züchter, aber die können nicht in diesem Maßstab arbeiten. Das ist es, was der Rasse fehlt, und weshalb sie sich heutzutage in tausend unterschiedliche Richtungen entwickelt. Aber das trifft heute für alle Rassen zu. Die Leute, die sich mit Pudeln befassten, als ich damals mit dieser Rasse anfing, gibt es heute auch nicht mehr. Diese Leute waren gebildet und hatten viele Interessen. Wenn sie etwas besaßen, dann waren sie an ihm interessiert, weil es a) korrekt war und b) das Beste war, das zu bekommen war.

F: Würdest Du uns die Geschichte erzählen von dem Besuch bei der Pudel-Züchterin, die so viele Hunde hatte, die Du bewundertest?

FS: Aber sehr gerne. Mes Bonney. Was ich heute bei den Menschen nicht verstehen ist, dass sie nicht lernen, dass sie nicht lesen. Ich bin ein eifriger Leser. Wenn ich beginne, mich für eine Rasse zu interessieren, will ich darüber lesen, will herausfinden, was dahinter steckt. Ich liebe es, mir alte Bilder anzuschauen. Meiner Meinung nach sollte man ein Bild im Kopf und Verständnis für den Hund haben, mit dem Du Dich zukünftig befassen willst – egal ob als Züchter, Halter oder Aussteller. Und ich finde, heutzutage lesen die Leute zu wenig. Vergessen sogar, ihren Standard zu lesen! Und ich rede davon, alles zu lessen, was es über ihre Rasse gibt. Wie auch immer, es gab ein Buch von Lydia Hopkins, das hieß „The complete Poodle“. Und als ich begann, mich mit Hunden zu beschäftigen, habe ich eine Menge gelesen und mit dafür entschieden, dass mein erster Pudel aus dem Puttencove-Kennel kommen sollte, weil ich deren Aussehen mochte. Diese Hunde waren groß, sie waren kurz, sie waren hinten ein wenig gerade, aber in unserem Ringen um die richtigen Proportionen muss man Zugeständnisse machen. Auf jedem Fall war in diesem Buch eine Abbildung einer bronzenen Kaminplatte mit einem Pudel und einer Katze, die auf Kissen saßen. Und ich hatte gelesen, dass es davon nur drei Stück auf der ganzen Welt gibt, eines im Besitz der englischen Queen, eines in Belgien und eines im Eigentum von Mrs Flora Bonney. Also habe ich Mrs Bonney angeschrieben und ihr mitgeteilt, dass ich für die Veranstaltung des „Poodle Club of America“ zurückkehren und sie sehr gerne besuchen würde. Ich sagte Ihr, dass ich die Kaminplatten bewunderte und sie mir gerne bei ihr ansehen würde. Sie sagte, ja, ihr Chauffeur würde mich abholen, und ich würde mit ihre zum Lunch des Poodle Clubs gehen und anschließend mit ihr die Kaminplatten anschauen. So machten wir das, und ich bewunderte sie wirklich sehr. Und ihre Freundin Mrs Staples schlug vor: „Weißt Du, Flora – Frank liebt und bewundert diese Stücke so sehr. Wenn Du stirbst, solltest Du sie ihm hinterlassen.“ Flora antwortete: „Warum sollte er warten, bis ich sterbe?“. Sie fragte mich „Kommen Sie zur Westminster?“, ich sagte, das habe ich vor und sie meinte, ich solle nicht allzu viel Gepäck mitbringen. Als ich zur Westminster kam, erwarteten sie mich schon fix und fertig verpackt. Die Leute fragen mich, warum ich so viele meiner Kunstgegenstände an das „Dog Museum“ gespendet habe. Aber ich glaube wirklich dass es im Hundewesen darum geht – Du erhältst Informationen von jemandem, und dann hast du die Verpflichtung, sie weiterzugeben. Jemand ist freundliche zu Dir, und damit bist Du verpflichtet, nett zu jemand anderem zu sein. Ich glaube fest daran, dass es in diesem Kreislauf immer weiter und weiter geht, und dass wir anderen etwas geben und von anderen etwas erhalten. Diese Geste war es, die meinen Glauben daran hat entstehen lassen. In meiner Sammlung habe ich nur noch meine Greyhound-Gemälde. Alle Pudelsachen habe ich weitergegeben, das Museum hat sie. Die Greyhound-Gemälde sind die letzten, die ich fortgeben werde. Und ich habe sie alle dem Museum zugedacht. Ebenso das Bild von Mrs Godsell in voller Reit-Ausrüstung mit ihren beiden Saelyhams. Das bekommt auch das Museum.



F: Pudel und Greyhounds sind die Rassen, die Dir am meisten am Herz liegen, was würdest Du sagen über diese beiden offensichtlich so unterschiedlichen Rassen?



FS: Ich denke, dass mir die Pudel so gut gefallen, liegt hauptsächlich an meinen Wurzeln im Theater, den es ist eine theatralische Rasse. Sie erfordert eine Menge Arbeit, und als ich jung war, habe ich diese gerne investiert. Aber als ich älter wurde, wollte ich keinen Hund mehr, der keine 5 Sekunden ohne mich sein mochte. Und die Greyhounds – aufgrund meiner Erfahrungen mit Pferden – schienen die Athleten zu sein, die ich in meinem Garten herumlaufen sehen wollte. Und dann ist da noch etwas an der Art, wie ein Greyhound auf irgendeinem Möbel in Deinem Haus liegt und nur damit zu dessen Schönheit beiträgt. Er ist wie ein lebendiges Kunstwerk. Und obwohl ich Pudel liebe, wenn ich heute nur eine Hunderasse haben könnte, wäre es definitiv ein Greyhound. Daran habe ich keinen Zweifel. Ich bin froh, dass Du mich das gefragt hast. Weißt Du, der Pudel-Standard beschreibt einen quadratischen Hund. Wenn Du einen Hund bekommst, der kurze Beine und einen langen Rumpf hat, ist es immer noch ein Pudel. Darauf sollten wir genau Acht geben, umso mehr bei Greyhounds. Jetzt mehr denn je. Der Greyhound Club sollte wirklich wachsam sein und sich gut vorbereiten. Die Renn-Greyhounds und die Show-Greyhounds sind nicht gleich gebaut, sie haben nicht die gleiche Grundform. Renner haben nie diese Unterlinie, und sie werden nie die Knochenstärke, die sie haben sollten. Ich denke, es sollte besonders bei der Ausbildung der Richter dafür gesorgt werden, dass sie wissen, dass das alles Greyhounds sind, aber einige nicht korrekt gemessen an dem Standard, nachdem sie heute beurteilt werden.
Ich denke, das ist die wichtige Sache, an die wir uns erinnern müssen.
Du weißt, ich bin ein begeisterter Leser. Und wenn ich nach Schweden fahre, verbringe ich immer viel Zeit mit Göran Bodegård. Wenn er zur Arbeit geht, wühle ich mich durch all‘ seine Bücher. Ich habe folgendes von ihm mitgenommen, um es bei einem Seminar zu präsentieren: Er erklärte, dass Show Greyhounds und Renn-Greyhounds grundsätzlich aus denselben Blutlinien stammen. Als sie von Rennleuten bewertet wurden, wurden sie ausschließlich danach beurteilt, was ihre Beine leisten konnten. Diesen war es egal, ob ein Ohr aufrecht stand, das andere gekippt war, welche Farbe die Augen hatten, ob die Oberlinie flach war – sie interessierten sich für eine Sache, und diese allein: ihr „Fahrwerk“. Dann kamen Richter anderer Rassen hinzu, sie wollten einen weicheren, kurvenreicheren Hund. Sie erlaubten es, dass er ein wenig größer war, ein wenig mehr Knochenstärke aufwies, und eine ein bisschen ausgeprägtere Unterlinie hatte. Also obwohl beides Greyhounds waren, wurde der eine als korrekt, der andere als inkorrekt angesehen, abhängig davon, wie sie beurteilt wurden. Während dieses Seminars, welches ich zwecks Richter-Ausbildung gab, wollte ich Verständnis bei den Richtern dafür wecken, wie Richter einen starken Einfluss darauf haben, was mit einer Rasse passiert. Wenn man fortwährend die falsche Hunde belohnt, beginnen die Leute zu glauben, dass diese korrekt seien. Billy Kendrick sagte einmal zu mir über Bulldogs, und das ist eine ziemlich schwer verständliche Rasse: „Frank, Du solltest Dich daran erinnern, dass sie hinter dem Widerrist eine Einsenkung haben sollen, einen Bogen über der Lende, und einen tiefen Rutenansatz. Nun, da sie alle flachrückig mit hohem Rutenansatz daherkommen, werden eines Tages 30 Hunde in einer Klasse stehen, und alle verkehrt sein. Ein Hund mit einer korrekten Oberlinie wird in den Ring kommen, und der Richter wird denke, dass dieser nicht wie die anderen aussehen, und ihn dafür abstrafen, dass er korrekt ist.“ Ich hoffe wirklich, das passiert nicht bei Greyhounds.

F: Hast Du eine Lösung? Wenn wir die Richter hinsichtlich des richtigen Typs unterrichten sollen, müssen wir dann eventuell den Greyhound-Standard ändern? Würde es helfen, wenn er in einer zeitgemäßeren Sprache verfasst wäre oder detaillierter?

FS: Nein. Standards zu ändern bringt gar nichts. Nach meinem Gefühl ist es die Pflicht des Richters. Wenn er die Verantwortung übernommen hat, sich dieser Rasse anzunehmen, dann hat er die Verpflichtung, sich in die Rasse einzuarbeiten. Niemand muss ihm das häppchenweise servieren. In der Hundewelt gibt es eine Menge Menschen mit einer Menge Informationen, die verstehen, wobei es bei dieser Rasse geht. Ich habe gelernt, indem ich zu den Leuten, die ich respektierte, hinging und ihnen Löcher in den Bauch fragte. Ich vergesse allen Stolz, wenn es dazu kommt, dass ich Hilfe beim Verstehen einer Rasse brauche und ich wissen muss, bei wem ich Hilfe finden kann. Die Leute sind überaus hilfsbereit. Und dann passiert das folgende. Ich will möglicherweise Gruppenrichter werden, und in der Gruppe gibt es zwei Rassen, bei denen ich nicht sicher bin, aber um die Gruppe richten zu können, muss ich diese beiden Rassen mitnehmen. Wenn ich mir nicht sicher bin, und kein Vergnügen dabei empfinde, diese Rassen zu richten, dann sollte ich sie nicht richten! Die Leute fragen mich, ob ich Allround-Richter werden möchte. Das möchte ich nicht, weil es einige Rassen gibt, die zu richten ich gar kein Interesse habe. Ich habe lieber ein Rassen aus dieser Gruppe und ein paar Rassen aus jener Gruppe. Wenn ich in den Ring gehe, möchte ich das Gefühl haben, dass ich weiß, was ich tue. Ich denke, der Standard muss überhaupt nicht geändert werden. Wenn das passiert, sterbe ich. Das ist nicht notwendig.

F: Wie kann der zuständige Rassezuchtverein das Richten verbessern? Wie macht man die richtigen Mentoren zu Lehrern, und nicht jemanden, der gerade viel gewinnt oder sich einfach nur freiwillig meldet?



FS: Der Kennel Club macht das schon, wenn man so darüber nachdenkt. Sie geben eine Menge dieser Seminare, und die Leute machen ihre Kreuzchen, auch wenn die Informationen falsch sind. Und so machen sie weiter. Ich wünschte, es gäbe eine Lösung. Ich war achtmal als Ausbilder beim AKC-Institut, und ich kann in fünf Sekunden aufzählen, welche von den Teilnehmern gute Richter werden können. Wenn Du denen Informationen gibst, und ihre Augen Dir schon sagen, dass sie diese nicht annehmen, kapieren sie es ohnehin nicht mehr. Meine Sorge gilt nicht so sehr den Richtern, sondern vielmehr was mit der Rasse passiert. Wenn weiterhin Hunde falschen Typs ausgestellt und diese nach vorne gestellt werden, wird das irgendwann zur Norm. Und dann passiert in dieser Rasse genau das, was ich Dir eben von den Bulldogs erzählt habe. In meiner Vorstellung gibt es – wenn überhaupt – nur eine Hoffnung, die Züchter.

F: Du hast über das Begreifen des richtigen Typs gesprochen. Bei den Greyhounds haben wir so unterschiedliche Typen, die korrekt sein können – lang, kurz, hoch aufgeschossen, niedriger gestellt, schwerer – alle können korrekt innerhalb dieser unterschiedlichen Stilrichtungen sein. Aber die Richter und andere scheinen ratlos zu sein angesichts dieser Vielfalt. Sie können nicht unterscheiden zwischen einem langgestrecktem Hund und einem Hund normaler Länge mit zu kurzen Beinen. Die Proportionen gehen verloren. Würdest Du etwas über Typ und Proportionen sagen. Und würdest Du darüber sprechen, wonach Du persönlich Ausschau hältst?

FS: Typ wird für mich bei den meisten Rassen vorrangig durch die Umrisslinie geprägt. Hat er Hund genügend Höhe für seine Beine? Hat er genügend Knochenstärke für seine Höhe und Beinlänge? Passen Kopf und Hals zu diesem Körperbau? Diese Dinge kann man beurteilen, wenn der Hund still steht. Dann hofft man, dass der Hund diese korrekten Umrisslinien beibehält, während er durch den Ring läuft. Diese Umrisslinien werden gebildet von den Dingen, die wir bereits diskutiert haben. Die grundlegenden Punkte sind, dass der Hund einen Lendenschwung aufweist, eine Beinlänge passend zur Rumpflänge hat sowie den Kopf und Hals passend zum Körper. Dann wird man im Prinzip auf Hund von ähnlichem Typus schauen. Eher als auf einen großrahmigen Hund, einen kurzen Hund. Man kann einen Hund haben mit großartiger Rumpftiefe, mit wunderbaren Umrisslinien, aber wenn er nicht genügend Bein hat, um das zu tragen, ist die Ausgewogenheit automatisch verloren. Fünfzig Prozent des Typs können an an der Balance und den Proportionen im Stand festgemacht werden. Daran glaube ich. Dann hofft man, dass der Hund sich bewegen kann und dieselben Umrisslinien beibehält, die er im Stand zeigt. Und was das Kommen und Gehen angeht, jahaa, das ist wichtig, wenn man zum Kern das Sache kommt und 2, 3, 4 wirklich gute Hunde gegeneinander abwägt. Entscheidend ist jedoch, wie er sich im Kreis bewegt? Läuft er raumgewinnend? Greift er gut aus? Streckt er sich ausreichend in der Hinterhand? Drückt er sich ordentlich mit den Beinen ab? Benutzt er seine Beine wirklich richtig? Damit ein Greyhound seine Beine richtig benutzt, sollte man eine hochsteppende Aktion sofort aus dem Fenster werfen. Auch ein Hund, der in der Vorderhand nicht ausgreift, sollte aus dem Fenster geschubst werden. Es kann vorkommen, dass ein Hund so wunderschön im Stand ist und seine Proportionen so gut sind, dass ich Kleinigkeiten vergebe. Aber wenn er niedrig gestellt ist, kann ich ihm überhaupt nichts vergeben. Mir ist es egal, wie er sich im Kommen und Gehen bewegt. Denn für mich zeigt sich das wahre Bild an den Umrisslinien, die sich in der Kreisbewegung präsentieren.



F: Würdest Du uns etwas über die Harmonie der Körperteile erzählen, und über Zwinger, die bestimmte charakeristische Züge bei ihren Hunde produziert haben?

FS: Wenn ich ein Züchter bin und die falsche Vorstellung davon habe, wie die Rasse aussehen sollte, werde ich nie einen guten Hund züchten. Aber wenn ich ein Züchter bin, und ich kenne die korrekten Proportionen, und strebe danach, bin ich wenigstens auf dem richtigen Weg. Ich werde mein Ziel nicht immer erreichen, aber ich bewege mich in die richtige Richtung. Wenn man nun denkt, dass ein Greyhound einen mächtigen Rumpf haben sollte und es in Ordnung ist, wenn er kurze Beine hat, dann ist das die Art Hunde, die man hervorbringen wird, man kann sogar erfolgreich beim Züchten dieser Art von Hunden sein, aber das ist kein korrekter Greyhound. Das sind die Dinge, die am schwierigsten zu verstehen sind. Wenn man kein korrektes Bild im Kopf von dem hat, was man will, wie soll man es je erreichen?

F: Wärst Du so freundlich und gibst uns einen Kommentar zu den gemeldeten Hunden auf der Specialty, besonders zu den Hunden, die möglicherweise Rennblut tragen. Was meinst Du, kann damit erreicht werden?

FS: Wenn der Genpool leidet, weil nicht genügend Zuchtmaterial vorhanden ist, und man kann durch Einkreuzung erreichen, dass die Rasse widerstandsfähiger oder gesünder oder stärker gemacht wird , kann ich das verstehen und das ist für mich fein. Aber ich denke, dass Greyhounds es geschafft haben, Jahrhunderte und Jahrhunderte zu überleben und wunderbare, wunderbare Hunde hervorgebracht haben. Ich weiß nicht, ob es notwendig ist, ob es irgendetwas verbessern kann. Dieser schwarze Junghund, den ich zum Best of Breed machte, repräsentiert die Art Umrisslinien, die ich suche. Er ist jung, und ich kann bestimmte Sachen verzeihen. Aber wenn er durch den Ring läuft, diese Balance, und die Art, wie er seine Beine benutzt, und das Bild, welches er im Stand abgibt – nun, wenn man immer noch Hunde züchten kann, die so aussehen, oder die wie die Siegerhündin, dann sag‘ mir, warum das nötig sein sollte. Das ist die Frage, die ich stelle. Neulich las ich ein Interview mit Karen Charman (Molecats Whippets). Sie sagte, dass die Zucht von Whippets ausschließlich auf Geschwindigkeit den Typ schnell verändern wird, und nutzte die Trennung zwischen Show- und Renn-Greyhound als Beleg für ihren Standpunkt.

F: Würdest Du uns ein paar Kommentare zu den Greyhounds abgeben, die Du persönlich getroffen hast und die Du als hervorragend angesehen hast?

FS: Ich kann Dir einen nennen, der mir sofort einfällt. Ich richtete die Windhund-Gruppe in Schweden. Ich schritt die Gruppe ab und richtete sie im Vorring, um sie nachher im Ehrenring nur noch zu platzieren. Die mögen es nicht, wenn das den ganzen Tag dauert. Und da war diese ganz weiße Hündin, und es war wie „Dafür würde ich sterben!“. Und ich dachte, möglicherweise kann sie nicht laufen. Aber als sie sich bewegte, war sie für mich makellos. Als die Ausstellung vorüber war, ging ich zu der Frau hin und sagte: Ma‘am, ich würde diese Hündin gerne kaufen.“ Und sie sagte, die stünde nicht zum Verkauf, aber sie würde mir einen ihrer Welpen verkaufen, weil sie einen Wurf mit ihr planten. Es war Gulds Heroine Honey. Ich werde sie nie vergessen, so lange sie lebte. Sie wurde Best in Show. Es gab eine Menge schöner, wunderschöner Greyhounds aus Schweden. Es gab eine Zeit, wo sie es fest im Griff zu haben schienen. Ihre Hunde hatten großartige Linien, sie hatten die richtige Konstruktion, sie hatten die richtige Art, sich zu bewegen. Sie hatten wunderschöne Köpfe. Für mich, war sie mein Ideal, und ich musste sie sehen, fühlen und richten. Es gibt ein Bild eines Greyhounds namens „Krinolin“, welcher auf einem Feld steht, das Göran mir gezeigt hat. Ich dachte, wenn sie dem Bild zumindest ähnlich sieht und überhaupt keinen Schritt geradeaus laufen könnte, würde ich sie dennoch liebend gerne besitzen. Sie war absolut umwerfend. Das sind die bemerkenswertesten Erinnerungen, die ich bezüglich Greyhounds habe.

F: Hast Du diese Erinnerung im Hinterkopf wenn Du jetzt Greyhounds richtest?

FS: Absolut! Wenn Du Dir ein Bild gemacht hast, kannst Du dieses Bild mit Dir tragen, weil es einen Eindruck bei Dir hinterlassen hat. Dann möchtest Du, dass das, war Du für richtig hältst wie dieses Bild aussieht, wenn Du richtest. Ich kann sofort hingehen und Afghanen richten, weil ich mich an Shirkhan erinnere. Ich erinnere mich daran, wie er aussah, an seine Proportionen. Er war ein echter Windhund und verhielt sich wie ein Afghane. Er mochte es nicht, angefasst zu werden oder Dir ins Auge zu sehen. Er wollte an Dir vorbei schauen. Ich fragte Sunny Shay, ob ich ihn mal nehmen und mit ihm laufen dürfe um zu erleben, wie er sich an der Leine anfühlte, und es war, als hätte ich eine Feder an der Leine. Und ich garantiere, weil Sunny ihn in meinem Geschäft zurechtmachte, dass er nie mehr als 4 Inches langes Fell trug. Sunnys Idee war, dass die Haare nicht den Hund ausmachten. Fell kann man wachsen lassen – aber Du kannst keinen Typ wachsen lassen. Ich sah, wie dieser Hund mit 11 Jahren Best in Show wurde, nicht aus der Veteranenklasse, sondern aus der Championklasse heraus. Und sein Rutenansatz war absolut wunderbar. Er hatte hervorstehende Hüfthöcker, und er hatte keine abfallende Rückenlinie wie so viele Hunde heutzutage. Er hatte eine gerade Oberlinie mit deutlich sichtbaren Hüften, und er hatte eine abfallende Kruppe, und er hatte einen niedrigen Rutenansatz. Wenn Du so ein Bild im Kopf hast, ist es immer leichter, eine Rasse zu richten. Immer. Du hast dann etwas, an das Du Dich erinnerst und an das Du an etwas Großartiges denkst – das ist besser. Bei den Greyhounds hatte ich wirklich Glück, weil ich eine Reihe guter Freunde hatte, die sich mit der Rasse befassten. Göran ist einer meiner besten Mentoren, und er ist die Art Mensch, die Dir eine eigene Meinung gestattet, selbst, wenn er Dich unterrichtet. Das ist die beste Art von Lehreren, die, die Dich Deinen eigenen Gehirnschmalz benutzen und Dich Deine eigene Meinung bilden lassen.

F: Bezüglich Shirkhan und seinem Wunsch, an Dir vorbeizuschauen – würdest Du uns etwas zu unserem Drang nach immer mehr Ausstellungen sagen – nach immer größeren Siegen, und dazu, dass wir Hunde haben wollen, die sich stets auf den Zehenspitzen präsentieren wie verrückt und durch den Ring fliegen? Resultiert das darin, dass Greyhounds sich wie andere Rassen präsentieren müssen, darin, dass WIndhunde sich in etwa anderes verwandeln als sie sein wollten, damit sie im Gruppenwettbewerb gewinnen?

FS:  Natürlich tut es das. Ich will keinen Greyhound oder Afghanen sehen, der sich wie ein Terrier oder Pudel verhält. Ich will keinen Windhund sehen, der nach Futter bettelt. Das will ich nicht sehen. Ich will, dass ein Grehyound ausstrahlt: „Ich bin ein König, Es ist in Ordnung, Du darfst mich berühren.“ Er muss da nicht mit aufgerichteten Ohren stehen, um mich zu beeindrucken. Ich möchte, dass sie so aussehen, wie sie aussehen sollen, und sich so verhalten, wie sie sich verhalten sollten. Und eine Hund muss nicht seine Ohren gebrauchen, um mich zu beeindrucken.

F: Was ist Deiner Ansicht nach das schwierigste am Verständnis von Greyhounds? Und umgekehrt, wenn Du jemandem nur einen einzigen Rat zu dieser Rasse geben solltest, was wäre das?

FS: Nun, da gibt es das Greyhound-Gedicht, das beginnt „headed like a snake, necked like a drake“, und das sagt alles. Wenn Du einen schmalen, kleinen Greyhound hast, ist es kein Greyhound. Wenn Du einen Hund hast mit einem Kopf, der nicht richtig aussieht, oder der fehlerhafte Augen hat, oder keinen langen Fang, oder flasche Kopf-Proportionen, dann hast Du keinen Greyhound. Wenn Du einen Greyhound ohne Hals hast, hast Du keinen Greyhound. Und dieses Gedicht ist nur ein paar Zeilen lang, und alle diese Dinge sind ein fester Bestandteil. Und das liebe ich an unserem Standard. Es steht alles darin.

F: Ich nenne unseren Standard ein Haiku, weil er kurz ist, aber dennoch alles aussagt, und einiges davon zwischen den Zeilen. Du musst Dich ihm annähern, es wird Dir nicht serviert. Aber wenn Du die Anstrengung unternimmst, wird alles da sein.

FS: Aber man muss ihn verstehen, bevor man ihn begreifen kann. Und wenn man nicht das Konzept dahinter versteht, wird man es nie kapieren. Wir können nicht erwarten, dass alle Hund auf die selbe Weise laufen, oder auf die gleiche Art Kommen und Gehen, aber das ist das, was passiert ist. Wir möchten, dass sich alle Rassen auf die gleiche Art fortbewegen und verhalten. Und das sollte nie der Fall sein. Das kann nicht sein. Ich habe Geduld mit einem Windhund. Ich beuge mich nach hinten. Gestern traf ich einen Herrn. Ich hatte seinen Hund in Canada gerichtet, und dieser Saluki wollte sich überhaupt nicht von mir anfassen lassen. Ich konnte dann doch meine Hände auf ihn legen und sein Maul öffnen und, und er ließ zu, dass ich ihn abtastete. Ich sagte dem Besitzer, er solle jeden den Hund anfassen lassen, der es wünsche, und alles würde gut. Ich traf ihn gestern, und Hund ist ein vielfacher Gruppensieger. Ich habe diesen Hund nicht bestraft, weil er nicht von mir angefasst werden wollte. Ich erinnere mich stets an Alva Rosenberg, der einer der größten Richter war, der je gelebt hat. Er stellte einen Chow Chow in der Non-Sporting Group nach vorne, der vorher versucht hatte, ihn zu beissen. Er sagte, da stünde nichts im Rasse-Standard dieses Hundes, das festlegt, dass er mich zu mögen habe! Das erzählt die ganze Geschichte. Ein Chow muss nicht zu Dir kommen und Dich für die tollste Person der Welt halten. Wenn man sich einem Chow nähert, sollte man vorsichtig sein. In der Tat bin ich das einzige Mal überhaupt von einem Chow gebissen worden. Und das geschah, weil ich der Dame zuhörte und nicht dem, was meine Augen mir sagten. Ich meinte: „Gute Frau, Ihr Hund mag mich nicht!“. Sie sagte „Sie haben ihn schon vorher gerichtet.“ Im Moment, als ich meine Hände auf ihn legte….zwölf Stiche später…aber es war mein Fehler. Ein Hund sollte sein, was seine Rasse vorgibt, und das ist nicht immer das Gleiche, nicht austauschbar.

2 Comments »

  1. Is there an English translation available, please? I fear google translate may not do it accurately!

    Kommentar by Suz — 11.4.2016 @ 11:15

  2. Of course, you’ll find the original interview here: http://katrin-und-joachim.de/2013/04/09/interview-with-frank-sabella/

    Kommentar by admin — 11.4.2016 @ 11:59

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